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Umbauarbeiten bis Jahresende : Planetarium in Hamburg: Aus Baustelle wird „Kathedrale des Kosmos“

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Das denkmalgeschützte Gebäude wird seit September 2015 für 7,5 Millionen Euro umgebaut. Im Januar 2017 soll das Planetarium wieder eröffnen.

shz.de von
erstellt am 07.Jan.2016 | 16:17 Uhr

Derzeit ist das Planetarium Hamburg geschlossen. Doch wenn in einem Jahr der ehemalige Wasserturm sein hundertjähriges Bestehen feiert, ist das Planetarium wieder für Besucher zugänglich. Ein Jahr vor Wiedereröffnung sind die Erdarbeiten auf der Baustelle abgeschlossen, nun beginnen im Sockelbereich die Ausbauten. Eine Baustellenbegehung.

Heute ist das Hamburger Planetarium mit mehr als 300.000 Besuchern im Jahr Deutschlands erfolgreichstes Sternentheater. Das soll es auch bleiben.

Es ist kalt auf der Baustelle, ein fieser kalter Wind zieht über die Grünflächen. Doch die Betreiber sind zufrieden mit dem Wetter, ließ der Winter doch genau so lange auf sich warten, bis das Erdgeschoss ausgebaggert und Fundamente in Teilen weggenommen werden konnten. Nun beginnen die weniger witterungsbedingt abhängigen Arbeiten. Technisch gesehen ist der Um- und Neubau absolut im Kosten- und Zeitplan, so Rene Herwig von „HJW+Partner Architekten+Ingenieure Hannover“. Auch für die Zukunft rechne der verantwortliche Architekt mit keinen Überraschungen. 7,5 Millionen Euro hatte die Stadt zur Verfügung gestellt. Der Um- und Neubau musste bis ins Detail mit Denkmalschützern abgestimmt werden, da das Gebäude unter Denkmalschutz steht.

Von der Fertigstellung ist der Innenraum noch weit entfernt.
Von der Fertigstellung ist der Innenraum noch weit entfernt. Foto: Adams
 

Ursprünglich war das Planetarium im Stadtpark 1910 von Baudirektor Fritz Schumacher als optisch-markanter Wasserturm gebaut worden. Schon 1924 musste das Gebäude wegen zu geringen Wasserdrucks außer Dienst gestellt werden. Am 22. April 1930 fand vor geladenen Gästen die erste Sternenvorführung mit einem Zeiss-Planetarium-Modell-II statt.

Seit 3. August wird das Planetarium offiziell umgebaut und modernisiert. Die Bauarbeiten begannen im September mit der Baustelleneinrichtung und umfangreichen Erd- und Abbrucharbeiten am Sockel und dem Bestandskörper. „Mit den Umbauten wird endlich die Symmetrie des Gebäudes erlebbar“, sagte Direktor Thomas Kraupe. „Das Volumen des Raumes ist dann sieben Mal so groß wie vorher.“

Kernstück der Arbeiten ist der Ausbau des von außen begrünten Sockels, auf dem der Wasserturm steht. Auf den auf Stadtparkniveau neu entstehenden Flächen im Sockel und der erweiterten, bisherigen Foyerebene im ersten Obergeschoss wird neuer Platz für Gastronomie, Shop, Veranstaltungen, Ausstellungen, Büros und Toiletten geschaffen. Von Außen ist dies kaum erkennbar. „Statt auf einem Hügel wird die Dachterrasse nun auf dem neuen Gebäudeteil stehen“, erklärt der Architekt. Der Zugang zum Planetarium wird zukünftig ebenerdig vom Stadtpark aus sein. Zwei Aufzüge zum Sternensaal, und einer zur Aussichtsplattform, werden dann den Zugang erleichtern. Zuvor war die Plattform nur über Treppen erreichbar. Außerdem gibt es dann mehr Ein- und Ausgänge. „Damit lassen sich die Besucherströme besser leiten“, erklärt Architekt René Herwig.

Im Wasserbecken vor dem Planetarium haben die Betreiber einen Container errichten lassen, der ab sofort als Info-Pavillon für Interessierte dient. „Wir wollten einen Ort schaffen, der schon jetzt zeigt, was der Umbau an Veränderungen bringt“, so Thomas Kraupe. Im Inneren des Containers gibt es auf zwei großen Tafeln sowie zwei Infoscreens Informationen rund um das Planetarium, Aufklärung über die Baustelle, deren Entwicklung, sowie der Geschichte des Wasserturm. Eine Live-Cam zeigt die aktuell stattfindenden Arbeiten im Planetarium. Der Info-Pavillon ist täglich von zehn bis 18 Uhr geöffnet. Und beheizt.

Ende des Jahres sollen die Arbeiten am Planetarium abgeschlossen sein. Geplant ist die Eröffnung für Mitte Januar 2017. Während der Bauarbeiten bietet das Planetarium an anderen Orten der Stadt astronomische Veranstaltungen an. Unter dem Titel „Planetarium Hamburg on Tour“ wird beispielsweise die Fortsetzung der Reihe „Himmel und Erde“ im Archäologischen Museum in Harburg stattfinden. Am Freitag, 15. und Dienstag, 26. Januar führt der Astrophysiker und Direktor des Planetariums durch den Stadtpark und erklärt die Sternenbilder des Winters.

„Wir haben noch weitere Visionen und Vorstellungen, um das Gebäude schrittweise zu erschließen“, verrät Direktor Thomas Kraupe. Doch jetzt müsse erst einmal die Erweiterung abgeschlossen werden. Das Bauvorhaben stehe bislang unter einem guten Stern. Kraupe: „Venus trifft Saturn in diesen Tagen“.

Info-Pavillon im vorderen Wasserbecken des Planetarium, Otto-Wels-Straße 1, 22303 Hamburg. Eintritt frei, von zehn bis 18 Uhr geöffnet. Mehr Infos zu „Planetarium on Tour“ unter www.planetarium-hamburg.de.

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