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Ausstand bei Lufthansa : Pilotenstreik trifft Hamburger Flughafen

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„Heute ist ein Erfahrungstag“, sagt eine Flughafensprecherin in Hamburg über den ersten Streiktag der Lufthansa-Piloten. 12.000 Passagiere müssen umbuchen oder ausweichen. Am Donnerstag und Freitag trifft es 19.000 Fluggäste.

shz.de von
erstellt am 02.Apr.2014 | 08:27 Uhr

Hamburg / Frankfurt | Einer der größten Pilotenstreiks in der Geschichte der Lufthansa hat auch in Hamburg den Luftverkehr eingeschränkt. Am Mittwoch wurden 112 aller 416 An- und Abflüge gestrichen, teilte der Flughafen mit. Rund 12.000 Passagiere mussten demnach wegen der Absagen von Lufthansa und Germanwings umbuchen oder auf andere Verkehrsmittel ausweichen. Die Piloten dieser beiden Airlines legen bis Freitag die Arbeit nieder.

„Heute ist ein Erfahrungstag, um zu sehen, wie viele Piloten zum Dienst antreten“, sagte Flughafensprecherin Stefanie Harder am Mittwoch. „Daraus können wir Rückschlüsse für die kommenden beiden Streiktage ziehen.“ 

Unter anderem fielen bis 13 Uhr alle Lufthansa-Flüge von und nach Frankfurt, München und Düsseldorf aus. Germanwings sagte nach eigenen Angaben 24 von 55 Flügen von Hamburg ab. Die Airline mietete kurzfristig Maschinen und Besatzungen anderer Gesellschaften an, um möglichst viele Flüge anbieten zu können, wie ein Sprecher mitteilte.

Am Donnerstag sollen laut Sonderflugplan in Hamburg 110 von 420 Flügen ausfallen, am Freitag 70 von 434. An beiden Tagen zusammen bleiben etwa 19.000 Passagiere auf der Strecke.

Der Lufthansa-Konzernsprecher für Norddeutschland, Wolfgang Weber, sagte, der Pilotenstreik führe trotzdem nicht zum „Chaos“. Alle Reisenden seien frühzeitig über die Änderungen informiert worden.

„Bislang ist es sehr viel ruhiger als an einem normalen Betriebstag“, bestätigte Flughafensprecherin Harder. Um Reisenden bei Fragen zu helfen, setzt der Flughafen auch am Donnerstag und Freitag mehr Mitarbeiter ein als sonst.

Die Fluggäste waren uneins über die Auswirkungen des Streiks. „Mal ist es die Flugabfertigung, mal sind es die Piloten. Nach meinem subjektiven Gefühl bricht hier dreimal im Jahr der Flughafen zusammen“, sagte ein Unternehmensberater. Ein anderer Geschäftsreisender äußerte sich hingegen erleichtert: „Ich habe gedacht, der Flug fällt in die Hose oder ich sitze acht Stunden im Zug. Gott sei Dank konnte meine Firma umbuchen.“ 

Viele Reisende tauschten ihre Flugtickets gegen Gutscheine der Deutschen Bahn um. Die Zahl der Fahrgäste, die ab Hamburg den Fernverkehr nutzten, sei höher als üblich, sagte ein Sprecher der Bahn. Schwierigkeiten, das Aufkommen zu bewältigen, gebe es aber nicht. Sonderzüge stünden auf Abruf bereit, mussten aber noch nicht eingesetzt werden. Lufthansa und Germanwings haben für Flugausfälle mit der Deutschen Bahn ein Kooperationsabkommen geschlossen.

Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit hatte die Lufthansa-Piloten zu dem dreitägigen Streik aufgerufen. Anlass sind einseitig gekündigte Übergangsrenten, die den Piloten bislang ein vorzeitiges Ausscheiden aus dem Beruf ermöglichten. Offen ist zudem der Tarifvertrag zu den Gehältern, bei dem die Gewerkschaft ein Plus von knapp zehn Prozent verlangt.

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