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Lufthansa : Piloten-Streik: In Hamburg fallen am Freitag 23 Flüge aus

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Betroffen sind Flüge nach München und Frankfurt. Der Streik soll auch am Samstag fortgesetzt werden.

Hamburg | Die Piloten der Lufthansa haben am Freitagmorgen ihren Streik fortgesetzt. Am dritten Streiktag sollten bis zum Abend 23 Flugverbindungen von Hamburg nach München und Frankfurt ausfallen. Ebenfalls gestrichen sind 23 Flüge aus den beiden Städten in den Norden, wie der Flughafen bestätigte.

Anlass für die mittlerweile zwölfte Streikwelle ist das erneute Scheitern der Tarifgespräche zwischen Lufthansa und der Gewerkschaft. Beide Seiten hielten sich mangelnden Lösungswillen vor. Der größte Streitpunkt betrifft die Übergangsversorgung bis zur Rente der rund 5400 Piloten.

Auch am Samstag soll der Streik laut Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) fortgesetzt werden. Ähnlich wie am Donnerstag werden dann Langstreckenflüge der Lufthansa bestreikt. In Hamburg sind an diesem Tag bislang keine Flüge betroffen.

Am Mittwoch waren 50 Flüge in Hamburg gestrichen worden, die Passagiere hatten größtenteils rechtzeitig umgebucht. Donnerstag war der Hamburger Airport nicht betroffen.

shz.de hat Fragen und Antworten für betroffene Passagiere zusammengestellt.

Mein Flug fällt aus. Welche Rechte habe ich?

Fällt ein Flug wegen eines Streiks aus, muss die Airline schnellstmöglich eine Ersatzbeförderung organisieren. Außerdem ist sie verpflichtet, gestrandete Passagiere bei  Verspätungen ab zwei Stunden mit Essen und Getränken zu versorgen sowie Zugang zu Kommunikationsmitteln zu ermöglichen. Dies gilt für Flüge bis zu 1500 Kilometern. Bei einer Strecke von 1500 bis 3500 Kilometern gibt es Unterstützung nach drei Stunden, ab 3500 Kilometern nach vier Stunden Wartezeit.

Passagiere, deren Flüge gestrichen wurden, können kostenfrei stornieren oder umbuchen.

Was kann ich konkret vor Reiseantritt tun?

Lufthansa rät allen Passagieren, sich vor Antritt ihrer Reise im Internet über den Status ihres Flugs zu informieren. Auf der Lufthansa-Homepage können Kunden unter „Meine Buchungen“ den Status ihrer Flüge einsehen. Eventuell werden dort bereits Ersatz-Flüge angezeigt. Das Service-Center der Lufthansa steht bei Fragen unter Tel.:  0800/850 60 70 zu Verfügung. Der Anruf ist kostenfrei.

Was passiert, wenn ich am Flughafen gestrandet bin?

Der Veranstalter oder die Fluggesellschaft muss gestrandete Kunden betreuen. Die Leistungen gemäß der EU-Fluggastrechteverordnung sind unabhängig davon, ob das Unternehmen für die Verspätungen oder Ausfälle von Flügen verantwortlich ist. Passagiere haben Anspruch auf Essen und Getränke, meist erhalten sie dafür Gutscheine. Verschiebt sich der Flug auf einen anderen Tag, muss die Airline oder der Veranstalter die Übernachtung in einem Hotel übernehmen.

Wie komme ich trotz des Streiks an mein Reiseziel?

Passagiere, die innerhalb Deutschland reisen, dürfen die Züge der Deutschen Bahn nutzen. Dafür muss das Ticket online oder an einem Lufthansa Check-in Automaten umgebucht werden.

Die Fluggesellschaft oder der Veranstalter hat die Pflicht, so schnell wie möglich eine Ersatzbeförderung zu organisieren. Kunden können diese per Telefon oder am Schalter des Unternehmens am Flughafen fordern.

Ab der fünften Verspätungsstunde hat der Fluggast das Recht, sein Flugticket zurückzugeben und sich die Kosten erstatten zu lassen. Damit ist die Airline jedoch aus allen Pflichten entlassen.

Was bedeutet Ersatzbeförderung genau?

Die Fluggesellschaft oder der Reiseveranstalter müssen ihre Passagiere schnellstmöglich ans Ziel bringen. Bei einem kürzeren Streik von nur wenigen Stunden kann es reichen, zu warten, bis der Flugbetrieb wieder aufgenommen wird. Dauert der Ausstand länger, müssen die Airlines und Reiseveranstalter die Kunden zum Beispiel mit der Bahn oder Bussen zu anderen Flughäfen bringen - und von dort aus zum gewünschten Ziel.

Habe ich Anspruch auf eine Entschädigung?

Normalerweise steht Reisenden bei einem Flugausfall oder massiven Verspätungen laut der EU-Fluggastrechteverordnung eine Ausgleichszahlung zu. Das gilt jedoch nach derzeitiger Rechtssprechung nicht, wenn höhere Gewalt vorliegt. Das ist laut Bundesgerichtshof bei Streiks der Fall. Eine Ausnahme: Der Passagier kann nachweisen, dass die Fluggesellschaft nicht alles getan hat, um die Streikfolgen abzumildern.

 
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erstellt am 20.Mär.2015 | 07:35 Uhr

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