zur Navigation springen

7000 Gegenstimmen : Petition gegen Frei.Wild soll Konzert in Hamburg verhindern

vom
Aus der Onlineredaktion

Der geplante Auftritt beim „Baltic Open Air“ sorgte für Aufregung in Schleswig. Auch in Hamburg regt sich Widerstand.

Hamburg | Die Südtiroler Band Frei.Wild polarisiert und gerät immer wieder in die Schlagzeilen. Doch neben dem musikalischen Erfolg, haftet an der Band seit längerer Zeit ein eher fragwürdiges Image. Die Kritiker sagen: Ihre Songtexte seien zum Teil zu volkstümlich und vermittelten rechtsextremes Gedankengut. Die Mitglieder der Band streiten diese Vorwürfe ab, sie bezeichnen sich als „unpolitisch“ - doch die Kritiker halten das für eine Ausrede.

Laut einem Bericht der Hamburger Morgenpost wollen Kritiker den Auftritt von Frei.Wild am 23. April in der o2 World in Hamburg mithilfe einer Petition verhindern. Initiator ist der 51-jährige Martin Nieswandt, der sich gegen Rechtsextremismus einsetzt und auf der Seite www.change.org eine Petition gegen das Konzert der Band in Hamburg ins Rollen gebracht hat. Bereits 7000 Menschen unterstützen sein Vorhaben.

Frei.Wild wird auch beim Baltic Open Air auftreten, das vom 28. - 29. August in Schleswig stattfinden wird.
Die Band stammt aus dem norditalienischen Brixen in Südtirol. Der Sänger der Band, Philipp Burger, war Anfang der 2000er Mitglied der Rechtsrock-Band „Kaiserjäger“. Seine rechtsextreme Gesinnung habe sich aber in seiner Jugend aufgelöst, erklärt er.


„Eine Konzert-Absage ist zu optimistisch, vielmehr wünsche ich mir eine konstruktive Debatte mit der O2-Arena über unternehmerische Verantwortung und eine Schärfung des Problembewusstseins“, sagte er gegenüber der Zeitung. Aus seiner öffentlichen Kritik musste Nieswandt auch persönliche Konsequenzen ziehen. Er habe kurz nach dem Start der Petition seine Facebook-Seite auf privat umstellen müssen, da es Beschimpfungen gehagelt habe.

Immer wieder zeigen auch Musiker ihre Antipathie gegenüber der Band. 2013 bat die Band Kraftklub ihr Management darum, ihre Echo-Nominierung zurückzuziehen weil Frei.Wild auch nominiert war. Dem Erfolg der Band jedoch tut das keinen Abbruch. Im Gegenteil: Die Außenseiterrolle bewährt sich als eine gute Marketingstrategie. Das neue Album „Opposition“ stürmte an die Spitze der Charts - doch mit all der Euphorie muss sich die Band auch der negativen Kritik stellen, die sich immer wieder aufs Neue ausbreitet und den Erfolg der Band zunehmend überschattet.

Mit der öffentlichen Kritik steht Nieswandt nicht alleine da. Auf dem „Baltic Open Air“ im August in Schleswig ist die Band mit von der Partie. Das löste Protestwellen aus. Auch der Bürgermeister von Schleswig, Arthur Christiansen, zeigte sich besorgt. Er kündigte erhöhte Sicherheitsvorkehrungen an und bat den Veranstalter darum, entsprechende Vorbereitungen zu unternehmen, damit „bestimmte Szenarien“ nicht eintreffen. Ein gutes Gefühl scheint er bei dem Auftritt der Band dennoch nicht zu haben: „Diese Gruppe passt nicht zu unserer Willkommenskultur. Die können gern in Südtirol bleiben. Hier müssen wir sie nicht haben“, sagte er damals.

zur Startseite

von
erstellt am 17.Apr.2015 | 15:19 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert