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Von New York nach Hamburg : „Peking“: Viermast-Stahlbark wird im Herbst nach Hamburg geholt

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Das Schwesterschiff der „Passat“ kommt zurück in die Heimat. Es soll restauriert und ebenfalls Museumsschiff werden.

shz.de von
erstellt am 02.Mai.2016 | 18:03 Uhr

Hamburg | Noch ein letztes Mal über den Großen Teich – diesmal aber huckepack: 17 Mal war der Frachtensegler „Peking“ Anfang des 20. Jahrhunderts zwischen Europa und Chile unterwegs. Jetzt holt die Stiftung Hamburg Maritim die historische Viermastbark endgültig heim an die Elbe. Sie ist eine von nur noch vier existierenden Exemplaren der legendären „Flying P-Liner“ der Hamburger Reederei F. Laiesz. Das 1911 bei Blohm+Voss gebaute Schiff soll zunächst restauriert werden und dann als Prunkstück eines Nationalen Hafenmuseums in Hamburg der Öffentlich zugänglich sein.

Mit der Rückholaktion nimmt ein schon verloren geglaubter Kampf um ein Stück schwimmender Hamburger Hafengeschichte doch noch ein gutes Ende. Schon vor drei Jahren hatten Schifffahrtsfreunde aus der Hansestadt versucht, die historische Viermastbark von New York an die Elbe zurückzuholen, waren aber am fehlenden Geld gescheitert. Im November 2015 bahnte sich dann die Sensation an: Da wurde klar, die „Peking“ kommt zurück in die Heimat.

Stiftungs-Vorstand Joachim Kaiser sagte am Montag: „Für das Deutsche Hafenmuseum so ein prominentes Großobjekt wie den Viermaster ,Peking‘ zu restaurieren, erfüllt uns mit Stolz.“ Freude auch bei Nikolaus H. Schües, Gesellschafter der Reederei F. Laeisz und Vorsitzender des Stiftungs-Kuratoriums: „Die Wahrnehmung unseres maritimen Erbes wird durch die ,Peking‘ deutlich erhöht.“

Hat schon bessere Tage gesehen: Die „Peking“ im South Street Seaport Museum in New York.

Hat schon bessere Tage gesehen: Die „Peking“ im South Street Seaport Museum in New York.

Foto: Christian Kuntze

Die Bark liegt seit 1976 im „South Street Seaport Museum“ in New York, stand wegen wirtschaftlicher Probleme der Einrichtung aber zum Verkauf. Die Hamburger griffen zu, nachdem der Bund finanzielle Hilfe zugesichert hat. Berlin zahlt 120 Millionen Euro für den Aufbau des Hafenmuseums, 26 Millionen davon entfallen auf die Rundumerneuerung der „Peking“.

Die hat ihre besten Tage lange hinter sich und rottet am Kai in Manhattan vor sich hin. Die Reise nach Hamburg kann der Rahsegel nicht selbst antreten, er muss auf ein Dockschiff verladen werden. Voraussichtlich Ende Juni 2016 soll die „Peking“ in eine New Yorker Werft verholt werden, um für den Transport vorbereitet zu werden. So müssen Rahen und Teile der Masten abgebaut werden. Nach Ende der Hurrican-Saison auf dem Atlantik soll die Überführung im Spätherbst erfolgen. Auf welcher Werft die Restaurierung erfolgt, muss eine Ausschreibung ergeben. Die Sanierung soll rund drei Jahre dauern.

Die schnellen „Flying P-Liner“ waren in der Salpeterfahrt eingesetzt. Sie brachten Exportwaren wie Steinway-Flügel nach Chile und und segelten voll abgeladen mit Guanodünger in Säcken zurück. Allein die „Peking“ brachte es auf 34 Umrundungen des Kap Horn. 1932 machte der Windjammer die letzte Reise unter Segeln und wurde zum stationären Internats-Schiff umgebaut. Bis 1974 lag sie in Medway an der englischen Ostküste unter dem Namen „Arethusa“ vor Anker und wurde dann vom South Street Seaport-Museum erworben.

Die Projektsteuerung der Mission „Peking“ liegt bei Joachim Kaiser. Bei dem bisher größten Vorhaben der Stiftung Maritim werden nicht nur hauptamtliche Mitarbeiter gebraucht. Der Verein Freunde der Viermastbark Peking e. V., der die Restaurierung begleiten wird, sucht dafür freiwillige Helfer. Kontakt per E-Mail: peking@hamburgmaritim.de oder unter der Telefonnummer 040/751146913.

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