Katholische Schulen vor dem Aus : Papst soll Hamburger Schulen retten

<p>Papst Franziskus soll es richten: Insgesamt 1300 Gläubige unterzeichneten den Brief an das Oberhaupt der katholischen Kirche. </p>

Papst Franziskus soll es richten: Insgesamt 1300 Gläubige unterzeichneten den Brief an das Oberhaupt der katholischen Kirche.

Acht von insgesamt 21 katholischen Schulen in der Hansestadt sollen geschlossen werden. In einem Brief wenden sich die Gläubigen nun Hilfe suchend an ihren heiligen Vater.

shz.de von
13. Februar 2018, 12:55 Uhr

Hamburg | Im Kampf um die Rettung katholischer Schulen in Hamburg haben sich die Unterstützer jetzt an Papst Franziskus gewandt. In einem offenen Brief an den „sehr geehrten Heiligen Vater“ bitten sie um Unterstützung durch den obersten Geistlichen der katholischen Kirche. „Wir ersuchen Sie daher höflich darum, uns Gläubige und uns Kinder, in dem Bestreben die Schulversorgung zu sichern und Gemeindestrukturen zukunftsorientiert zu festigen, zu unterstützen und nachhaltig Gehör zu verschaffen“, heißt es in dem Schreiben an den Papst. Es war am Mittwochvormittag online von mehr als 1300 Menschen unterschrieben worden.

Von 21 katholischen Bildungseinrichtungen in der Hansestadt stehen nach Angaben des Erzbistums acht vor der Schließung. In dem Papst-Brief kritisieren die Gläubigen und ihre Unterstützer das Erzbistum scharf. „Diese kirchliche Intransparenz, Visionslosigkeit und Kooperationsverweigerung des Erzbistums schließt Menschen aus, nimmt die Lebendigkeit des Glaubens und stellt einen massiven Vertrauensverlust zwischen Gläubigen und Bistumsleitung dar.“

Aus Protest gegen das Vorgehen des Bistums haben die Gesamtelternvertretung und die Initiative „Rettet 21“ zu einer weiteren Demonstration aufgerufen, am Samstag in der Hamburger Innenstadt (12 Uhr Gänsemarkt). Henrik Lesaar vom Sprecherteam der Elternvertretung appellierte erneut an Erzbischof Stefan Heße, die geplanten Schließungen unter ein Moratorium zu stellen und „umgehend in ernsthafte Gespräche“ mit denjenigen einzutreten, die das katholische Schulwesen erhalten und weiterentwickeln wollen.

<p>Erzbischof Stefan Heße – die Elternvertretung fordert von ihm „ernsthafte Gespräche“ mit den Unterstützern des katholischen Schulwesens.</p>
Christian Charisius, dpa

Erzbischof Stefan Heße – die Elternvertretung fordert von ihm „ernsthafte Gespräche“ mit den Unterstützern des katholischen Schulwesens.

 

Dazu gehören Initiatoren, die eine Genossenschaft gründen wollen. Hierfür benötigen sie rund zehn Millionen Euro Grundkapital und 10.000 Anteilseigner. Mehr als 1000 Menschen hätten ihr Interesse bereits bekundet, teilte die Hamburger Schulgenossenschaft jüngst mit.

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