Aus Köln in den Norden : Papst ernennt Stefan Heße zum Hamburger Erzbischof

Nach Informationen des „Kölner Stadt-Anzeigers“ soll der Kölner Generalvikar Stefan Heße eeuer Erzbischof für Hamburg werden.
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Stefan Heße ist der dritte Erzbischof des 1995 errichteten Hamburger Erzbistums.

Jetzt ist es offiziell: Ein Kölner wird Nachfolger von Werner Thissen - und ist für 400.000 Katholiken verantwortlich.

shz.de von
26. Januar 2015, 14:05 Uhr

Hamburg | Papst Franziskus hat den Kölner Generalvikar Stefan Heße zum neuen Erzbischof von Hamburg ernannt. Das teilte das Hamburger Erzbistum am Montag mit. „Damit hat der Papst die Wahlentscheidung des Hamburger Metropolitankapitels bestätigt“, hieß es in der Mitteilung. Der 48-jährige Heße tritt die Nachfolge von Werner Thissen an, der mit 75 Jahren sein Amt aus Altersgründen niedergelegt hatte. Am 14. März soll Heße im St.-Marien-Dom zum Bischof geweiht und in sein Amt eingeführt werden.

Rund 400.000 Katholiken leben in dem Erzbistum, das erst 1995 nach der Wiedervereinigung gegründet worden war und zu dem neben den Gläubigen in Hamburg und Schleswig-Holstein auch die Katholiken in Mecklenburg gehören.

Seit Thissens Rücktritt am 21. März vergangenen Jahres war der Bischofssitz vakant. Als das Erzbistum vor wenigen Tagen dann ankündigte, Dompropst Franz-Peter Spiza werde über den neuen Oberhirten am Montag beim Mittagsgebet im Hamburger St.-Marien-Dom informieren, machte bereits Heßes Name die Runde. Er selbst will sich am Dienstag der Öffentlichkeit präsentieren. Um 10.30 Uhr soll er dann vom Domkapitel begrüßt werden.

Seit 2003 arbeitete Heße im Kölner Generalvikariat, 2012 wurde er Generalvikar von Erzbischof Joachim Kardinal Meisner. Nach dessen Emeritierung Ende Februar 2014 leitete Heße das mit rund zwei Millionen Gläubigen größte deutsche Bistum in der Zeit der Vakanz als Diözesanadministrator. Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki machte ihn nach seinem Amtsantritt erneut zu seinem Generalvikar.

Heße ist der dritte Erzbischof des 1995 errichteten Hamburger Erzbistums. Sein Vorgänger Thissen war seit 2003 an der Elbe. Vor ihm war Ludwig Averkamp von 1995 bis 2002 erster Erzbischof in der Hansestadt.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, gratulierte Heße zu seiner Berufung und wünschte ihm für die neue Aufgabe Gottes Segen. „Als in Köln geborener Rheinländer wird Ihnen das Erzbistum an der Elbe sicherlich bald ans Herz wachsen“, schrieb Marx.

Glückwünsche an das Erzbistum kamen auch aus der Nordkirche: Seit Jahrzehnten sei man in einer „privilegierten Partnerschaft“ verbunden, erklärte Landesbischof Gerhard Ulrich. „In Sachen ökumenischer Partnerschaft zwischen Christinnen und Christen unterschiedlicher Kirchen, Glaubensgemeinschaften und Konfessionen macht uns im Norden Deutschlands, und besonders in der religiös so bunten Metropole Hamburg, kaum jemand etwas vor.“

Auch Kirsten Fehrs, Bischöfin im Sprengel Hamburg und Lübeck, gratulierte dem neuen Oberhaupt der katholischen Kirche in Norddeutschland. „Der Glaube wird hier ja längst in vielen Konfessionen gelebt, und unsere gute Ökumene ist ein Schatz, den wir nun gemeinsam bewahren werden“, betonte sie.

Schleswig-Holsteins Landtagspräsident Klaus Schlie freute sich „ganz außerordentlich“ über die Wahl. „Mit Stefan Heße bekommen die Katholiken im Norden einen gestandenen und theologisch versierten Hirten, der auf Menschen zugehen kann“, erklärte Schlie. „Als Rheinländer wird er die als zurückhaltend geltenden Norddeutschen schnell für sich gewinnen können“. Das habe schon bei seinem am Niederrhein geborenen Vorgänger Werner Thissen hervorragend funktioniert.

Die in Mecklenburg-Vorpommern auch für Kirchenfragen zuständige Justizministerin Uta-Maria Kuder (CDU) würdigte Heßes seelsorgerischen Qualitäten. „Die Seelsorge ist unter anderem im Justizvollzug unseres Landes ein wichtiger Stützpfeiler der Resozialisierungsarbeit“, sagte Kuder in Schwerin. Der Heße war im Erzbistum Köln sechs Jahre lang Leiter der Hauptabteilung Seelsorge-Personal, wie Kuder hervorhob.

„Eine sehr gute Wahl“, hieß es auch beim Katholischen Schulverband Hamburg. „Die Ernennung ist auch ein sehr positives Signal für das Katholische Schulsystem in Hamburg“, meinte Schuldezernent Erhard Porten. „Denn als Generalvikar habe Stefan Heße Verantwortung für 32 katholische Schulen in Trägerschaft des Erzbistums Köln getragen.“

Stefan Heße ist ein Rheinländer durch und durch – und der Karneval gehört in Köln nun einmal zur katholischen Lebensart dazu. Das stellte der neue Erzbischof von Hamburg unter Beweis, wie dieses Video zeigt.

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