zur Navigation springen

Hamburg : Paloma-Viertel in St. Pauli: Esso-Häuser bekommen bunte Nachfolge

vom

Mitte 2018 soll der Bau zwischen Spielbudenplatz und Kastanienallee beginnen.

Hamburg | Da blüht dem Kiez aber einiges: Auf dem Gelände der ehemaligen Essohäuser nahe der Reeperbahn ist ein kunterbunter Nutzungsmix geplant, wie es ihn auf Hamburgs sündiger Meile bisher nicht gibt. Das zeigt ein Blick in die Planungsunterlagen. Hingucker dürfte ein bis zu siebenstöckiges Wohnhaus mit großer gläserner Fassade an der Ecke Taubenstraße/Kastanienallee werden. Die französischen Architekten Lacaton & Vassal haben große Wintergärten und Balkone geplant, Animationen zeigen das Bild eines üppig sprießenden Wohnturms. Für diese Idee gab es im Wettbewerb um die Nachfolge der Essohäuser einen ersten Platz. 

Auch auf den vier anderen Baufeldern werden viele ungewöhnliche Ideen Wirklichkeit. Kein Wunder: Die Planung für das Paloma-Viertel - wie das Essoquartier künftig heißt - hat Investor Bayerische Hausbau gemeinsam mit Kiezbewohnern entwickelt. Ergebnis ist ein typischer „St. Pauli-Code“ mit kleinteiliger Misch-Struktur, einem Nebeneinander von bezahlbarem Wohnen, Nahversorgung und Freizeit.

Wegen der basisdemokratischen Vorgeschichte blicken Stadtentwickler und Immobilienwirtschaft aus ganz Deutschland nach St. Pauli. Mitte 2018 soll der Bau auf dem Filetgrundstück zwischen Spielbudenplatz und Kastanienallee beginnen. Ende 2020, so die optimistische Erwartung, könnten die ersten Mieter einziehen. Die maroden Vorgänger-Hochhäuser und die namensgebende Esso-Tankstelle waren vor gut drei Jahren abgerissen worden.

Das „Gesicht“ des Paloma-Viertels wird die Front zum Spielbudenplatz, wo im Erdgeschoss Läden und Gastronomie einziehen. Zudem erhält das Vergnügungsviertel dort ein weiteres Hotel (elf Stockwerke, 150 Betten). Vorgesehen sind am Spielbudenplatz ferner ein öffentlich zugänglicher „Stadtbalkon“, eine Kletterwand sowie eine Skaterbahn auf dem Dach. Neben dem Hotel entsteht ein Neubau mit robuster Ziegelfassade für den legendären Musikclub „Molotow“ und das Hostel „Kogge“. Als Alternative zur Skaterbahn prüfen die Planer die Idee eines „Musikdachs“ auf dem „Molotow“.

Eine andere Besonderheit des Neubaukomplexes ist eine für jedermann zugängliche Quartiersgasse, die das Häuserensemble von Norden nach Süden durchquert. Diese Twiete wird von kleinen Läden, Kaschemmen, Cafés und stadtteiltypischen Nutzungen gesäumt. Wie ein klassischer Häuserblock umschließen die Gebäude einen Innenhof, in dem gegärtnert werden kann. Die Gasse verbindet den gewerblichen Schwerpunkt im nördlichen Teil an der Reeperbahn mit den Wohnhäusern im südlichen Bereich an der Kastanienallee. Insgesamt sind im Paloma-Viertel knapp 200 Wohnungen vorgesehen.

zur Startseite

von
erstellt am 12.Jun.2017 | 18:26 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen