„Schlimmster Kinderschänder der Stadt“ : Pädophiler Rentner zu 20 Monaten Haft verurteilt

Der 72-Jährige saß bereits mehrfach im Gefängnis, weil er sich an Kindern vergangen hatte.

shz.de von
08. Februar 2018, 19:14 Uhr

Hamburg | Für einige Hamburger Medien ist er der „schlimmste Kinderschänder der Stadt“: Nun muss ein 72-jähriger pädophiler Rentner erneut ins Gefängnis. Das Landgericht hat den mehrfach einschlägig vorbestraften Angeklagten am Donnerstag zu 20 Monaten Haft verurteilt, weil er sich entgegen gerichtlicher Weisung vier Jungen im Alter von zwölf bis 14 Jahren genähert hatte; einen davon hat er laut Urteil auch sexuell belästigt, indem er ihm an den Po fasste. 

Der Mann, der früher als „Reformpädagoge“ Pflegekinder beaufsichtigte, hatte die Jungen 2015 und 2016 angesprochen und gefragt, ob sie in einem Film „nur mit Badehose oder unbekleidet“ mitspielen wollten. Der 72-Jährige saß mehrfach im Gefängnis, weil er sich an Kindern und Jugendlichen vergangen hatte. Immer wieder lud er Straßenkinder zu sich nach Hause ein.

„Klassische Mitschnackerei“

Der Angeklagte solle sich seine Pädophilie endlich eingestehen, sagte die Richterin in der Urteilsbegründung. Stattdessen habe dieser im Prozess „abstruse Geschichten“ erzählt. In nicht öffentlicher Verhandlung sagte der Rentner demnach, er habe mit Hilfe der Jungen lediglich einen Pädophilenring aufdecken wollen, der ihn verfolge. „Das ist klassische Mitschnackerei“, so die Richterin, die den Angeklagten für voll schuldfähig hält und deshalb von einer Einweisung in die Psychiatrie absah. 

Nach Verbüßung der Strafe könnte der Mann damit womöglich erneut seinen Neigungen nachgehen. Eine dauerhafte Freiheitsentziehung ist laut dem Gericht nicht möglich. Die Richterin zu dem Verurteilten: „Für immer wegsehen kann man Sie nicht. Die Voraussetzungen für Sicherungsverwahrung liegen nicht vor.“ 

Angesichts der erheblichen Vorstrafen und der hohen Rückfallgeschwindigkeit sei zugleich eine Bewährungsstrafe nicht in Betracht gekommen. Die Kammer entsprach mit der 20-monatigen Haftstrafe der Forderung der Staatsanwaltschaft, der Verteidiger hatte für Bewährung plädiert. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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