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Bewerbung für Spiele 2024 : Olympia-Referendum: Abstimmung in Hamburg läuft an

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Für die Hamburger wird es Ernst: Sie erhalten per Post ihre Abstimmungsunterlagen über die Olympia-Bewerbung. DOSB-Präsident Hörmann hofft, dass die Hanseaten bei ihrer Entscheidung Olympia von WM-Fußball trennen.

Hamburg | Seit Montag erhalten 1,3 Millionen wahlberechtigte Hamburger ihre Abstimmungsunterlagen für das Olympia-Referendum. Die Post habe mit der Zustellung begonnen, sagte ein Sprecher der Deutschen Post in Hamburg. Bisher laufe alles reibungslos. Die Zustellung soll am 7. November abgeschlossen sein.

Wer seine Unterlagen hat, kann schon per Briefwahl mit Ja oder Nein abstimmen, ob sich Hamburg für Deutschland um die Olympischen Spiele 2024 bewerben soll. Am Schlusstag des Referendums, am 29. November, sind 200 Wahllokale bis 18 Uhr geöffnet.

Der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), Alfons Hörmann, appellierte an die Hamburger, angesichts der Turbulenzen um die Vergabe der Fußball-WM 2006 die Spitzenorganisationen des Sports nicht in einen Topf zu werfen. „In einem Fall geht es um FIFA und DFB und in unserem Fall um IOC und DOSB. Die beiden Dinge kann und darf man nicht vermischen“, sagte Hörmann NDR Info. Der DOSB sei von Anfang an einen anderen Weg gegangen als die Fußballverbände, „nämlich den der Hamburger Transparenz“. Man wolle die Sommerspiele in der Stadt, „aber nicht um jeden Preis - das heißt, wir werden unseren klaren Prinzipien und Regeln treubleiben“, ergänzte der DOSB-Präsident.

Hörmann wies Bedenken zurück, dass Hamburg mehr Kosten für Olympia übernehmen muss als im Finanzierungskonzept des Senats vorgesehen. Hamburg will 1,2 Milliarden Euro beisteuern, der Bund soll 6,2 Milliarden der Gesamtkosten von 11,2 Milliarden Euro tragen. Die Finanzierungslücke (3,8 Mrd) soll durch Einnahmen gedeckt werden. „Wir haben in den letzten Tagen wieder sehr ermutigende Gespräche zu dem gesamten Thema geführt“, berichtete der DOSB-Präsident.

Für die Hamburger ist die Olympia-Post im Briefkasten nach den Worten von Wahlleiter Willi Beiß „nicht zu übersehen“: In einem weißen DIN-A4-Umschlag mit der Aufschrift „Olympia-Referendum“ stecken Stimmzettel, Briefwahlschein und eine Info-Broschüre. Das Besondere sei, dass die Briefwahlunterlagen gleich dabei liegen und nicht extra beantragt werden müssten, hatte Beiß erläutert. Wegen der Masse der Briefe erfolgt die Zustellung gestaffelt nach Bezirken. Auf rund 360 Paletten, verteilt auf gut ein Dutzend Lastwagen, wurden die Drucksachen bei der Post angeliefert.

Der DOSB und die Hansestadt werden die Bewerbung nur weiter betreiben dürfen, wenn beim Volksentscheid mehr Ja- als Nein-Stimmen abgegeben werden und mindestens 259.883 Abstimmungsberechtigte mit Ja gestimmt haben. Andernfalls wird die Bewerbung hinfällig. Das Internationale Olympischen Komitees (IOC) entscheidet im Sommer 2017 in Lima (Peru) über die Vergabe der Spiele, für die sich ebenfalls Los Angeles, Paris, Rom und Budapest angemeldet haben.

Für den internationalen Wettbewerb hat IOC-Ehrenmitglied Walther Tröger den Machern der Hamburger Bewerbung einen ungewöhnlichen Tipp gegeben. Der 86-Jährige riet, beim Werben um die Gunst der IOC-Mitglieder auch deren Frauen im Blick zu behalten. Diese hätten Einfluss auf ihre Männer und wollten sich amüsieren, sagte Tröger der „Bild“-Zeitung (Montag). „Hamburg ist eine Shopping-Stadt par excellence. Das muss dem IOC und seinen Frauen klar gemacht werden.“ Im Sinne der Reform-Agenda 2020 des IOC wäre Hamburg eine sehr glaubwürdige Entscheidung, ergänzte der ehemalige Präsident des Nationalen Olympischen Komitees (NOK).

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erstellt am 26.Okt.2015 | 13:08 Uhr

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