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Kommentar : Olympia-Kosten in Hamburg: „Olaf Scholz ist ein Fuchs“

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Olympia 2024 in Hamburg ist bezahlbar und verantwortbar – wenn der Bund es denn will, kommentiert Markus Lorenz.

shz.de von
erstellt am 09.Okt.2015 | 06:30 Uhr

Hamburg | Olaf Scholz ist ein Fuchs. Hamburgs Bürgermeister will Olympia für seine Stadt, bezahlen sollen das Spektakel aber vor allem andere. Laut Finanzplan wird der Stadtstaat gerade mal ein Zehntel der Kosten aus der eigener Kasse beisteuern, der Löwenanteil soll vom Bund kommen. Hamburg aber hätte den größten Nutzen in Gestalt zusätzlicher Arbeitsplätze, wachsender Wirtschaftskraft und Zugewinn an internationalem Renommee. Und die Chance für einen Sprung n der Stadtentwicklung, wie es sie in den vergangenen Jahrhunderten selten gab. All dies für 1,2 bis 1,4 Milliarden Hamburger Euro, das scheint tatsächlich ein angemessener und machbarer Beitrag.

Bleiben aber zwei entscheidende Fragen: Wie belastbar ist die Prognose von 11,2 Milliarden Euro Gesamtkosten tatsächlich? Ein gewaltiger Betrag, in deutscher Bauskandal-Währung entspricht dies zwei Berlin-Airports oder 14 Elbphilharmonien. Trotz akribischer Rechnerei mit viel Netz und doppeltem Boden kann niemand heute garantieren, dass daraus auf einem langen Weg nicht 15 oder 20 Milliarden werden. Aber schließlich ist Olympia für alle Beteiligten eine Premiere.

Zweite Ungewissheit: Akzeptiert der Bund die ihm zugedachte Rolle des Zahlmeisters? Vieles spricht dafür. Hinter den Kulissen dürfte die Kostenverteilung längst abgestimmt sein. Man muss im Übrigen kein Nordlicht sein, um das gerecht zu finden. Olympische Spiele an der Elbe wären die Gelegenheit, den Norden Deutschlands endlich finanziell so zu bevorzugen, wie es den Südländern seit Jahrzehnten immer wieder vergönnt war.

Olympia 2024 ist also bezahlbar und verantwortbar – wenn der Bund es denn will. Kurios nur, dass darüber am Ende die Hamburger Bürger im Referendum das letzte Wort sprechen. 

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