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Bewerbung für 2024 : Olympia-Kosten: Hamburg und der Bund müssen reden

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Hamburg kann nur 1,2 Milliarden Euro der Gesamtkosten selbst tragen. Scheitert Olympia am Bund?

shz.de von
erstellt am 09.Okt.2015 | 13:42 Uhr

Hamburg | Eine rasche Einigung zwischen dem Bund und Hamburg bei der Finanzierung möglicher Olympischer Spiele in der Hansestadt ist offensichtlich nicht in Sicht. „Die Bundesregierung nimmt die von der Freien Hansestadt Hamburg gestern veröffentlichten Zahlen zu den geplanten Kosten für die Olympischen und Paralympischen Spiele 2024 zur Kenntnis“, teilte eine Sprecherin des zuständigen Bundesinnenministeriums am Freitag der Zeitung „Die Welt“ mit. Gleichzeitig erklärte sie: „Eine Einigung konnte bisher noch nicht erreicht werden, die Gespräche zwischen Bund und Hamburg laufen weiter.“ In den bisherigen Gesprächen seien Hamburg großzügige Angebote unterbreitet worden, „die weit über die in der Vergangenheit zugesagten Beteiligungen hinausgingen“.

Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) hatte am Donnerstag erklärt, dass die Hansestadt maximal 1,2 Milliarden Euro der 11,2 Milliarden Gesamtkosten tragen könne. Der Rest der auf den Steuerzahler zukommenden Summe in Höhe von insgesamt 7,4 Milliarden Euro müsse anderweitig finanziert werden. Scholz erklärte zudem, notfalls die Bewerbung der Hansestadt zurückzuziehen, sollte die Gefahr bestehen, dass Olympische Spiele die Finanzen der Stadt ruinieren.

Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD) geht unterdessen von einem klaren „Ja“ der Kieler für die gemeinsamen Olympia-Pläne mit Hamburg beim Bürgerentscheid Ende November aus. „Ich bin sehr optimistisch, dass die jetzt vorgelegte solide Kostenplanung eine große Mehrheit überzeugen wird, dass Olympia für Kiel eine Riesenchance ist“, sagte Kämpfer. Die Stimmung in der Stadt sei positiv. „Aber natürlich ist am Ende entscheidend, wie die Kieler am 29. November abstimmen.“ Deshalb werbe die Stadt um die Zustimmung der Bürger. Denn klar ist: „Bei einem Nein wäre die Olympia-Planung vom Tisch.“ Nach dem am Donnerstag vorgestellten Finanzkonzept würde die Ausrichtung der Segelwettbewerbe 146 Millionen Euro kosten - in Preisen von 2024. Für die Stadt bleibt nach Angaben von Kämpfer ein Betrag zwischen 30 und bis 41 Millionen Euro übrig. Erwartet werden zudem knapp 100 Millionen Euro an privaten Investitionen für Hotels, Segeldorf und Segelcampus im Stadtteil Schilksee.

Bekommt Hamburg den Zuschlag für Olympische Sommerspiele 2024, werden die Segelwettbewerbe vor Kiel ausgetragen. Die Hamburger stimmen ebenfalls Ende November über die Bewerbung ab. Konkurrenten sind Los Angeles, Paris, Rom und Budapest. Der Austragungsort wird im Sommer 2017 beim IOC-Kongress in Lima gewählt.

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