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HWWI-Analyse : Olympia-Bewerbung: Hamburger Stadtentwicklung entscheidend

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Olympische Spiele in Hamburg? Die Handelskammer ist nach wie vor Feuer und Flamme für das Projekt. Ein Wirtschaftsinstitut hat sich die Ausgangslage angeschaut.

shz.de von
erstellt am 18.Jan.2014 | 16:04 Uhr

Hamburg | Um die größten Effekte aus Olympischen Spielen in Hamburg zu ziehen, ist nach einer HWWI-Analyse ein übergeordnetes Standort- und Stadtentwicklungskonzept notwendig. Das erläutert Prof. Henning Vöpel in der Publikation des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI) „Olympische Spiele in Hamburg - produktive Vision oder teure Fiktion?“. Die Olympischen Spiele 1992 in Barcelona hätten der spanischen Stadt einen erheblichen Impuls verliehen, Atlanta vier Jahre später aber einen Imageverlust - „weil die Spiele als zu kommerziell und kalt empfunden wurden“, schreibt der Ökonom.

Nach den gescheiterten Winter-Plänen für München 2022 sind Sommerspiele in der Hansestadt wieder ein Thema. Hamburg war in der nationalen Ausscheidung um die Spiele 2012 gescheitert. Sie fanden letztlich in London statt. Der HWWI-Experte sieht die Chance für einen Hamburg-Zuschlag 2028 am größten. Die Bewerbungsfrist für die Veranstaltung 2024 endet bereits im Jahr 2015.

Die temporären Einkommens- und Beschäftigungseffekte, die durch den Konsum von Olympia-Besuchern und Investitionen entstünden, seien weniger entscheidend für eine Stadt. Vielmehr gehe es darum, langfristige Effekte zu erzielen - nämlich neue private Investitionen, die Zuwanderung ausländischer Talente und eine höhere Identifikation der Bewohner mit ihrer Stadt. „Andernfalls ist nach zwei Wochen alles vorbei und es verbleibt “nur„ der Erlebnisnutzen“, schreibt der Experte für Sport- und Gesundheitsökonomik.

Das Standortprofil Hamburgs zeigt nach Darstellung des Wissenschaftlers Stärken im Handel, in der maritimen Logistik sowie in der Kreativwirtschaft und in den wissensintensiven Dienstleistungen. Als Schwäche nennt er fehlende Urbanität und relativ geringe internationale Bekanntheit. Durch die Ausrichtung Olympischer Spiele könnte Hamburg den Sprung unter die international führenden Metropolen schaffen: Die Stadt setze sich auf die „Landkarte“ von Touristen, Investoren und hochqualifizierten Fachkräften. Folglich werde sie unabhängiger von demografischen Entwicklungen und Fachkräftemangel.

Der Wissenschaftler verweist aber auch auf die Kosten und Risiken einer Bewerbung. „Alle Maßnahmen und Investitionen sollten nach Möglichkeit auch unabhängig vom Zuschlag in Bezug auf die Stadtentwicklung sinnvoll sein“, ergänzte Vöpel. Er mahnte eine frühe Einbindung der Bürger in das Vorhaben an.

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