Ausstellung in Hamburg : Olivia Jones und die Sexpuppen: „Wie Autohaus untenrum“

Olivia Jones (rechts) mit Hersteller Manfred Scholand und Luxus-Sexpuppe.

Olivia Jones (rechts) mit Hersteller Manfred Scholand und Luxus-Sexpuppe.

Die Dragqueen zeigt auf St.Pauli künftig in einer „Puppenstube“ eine Auswahl von Silikon-Schönheiten.

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20. April 2018, 20:25 Uhr

Hamburg | Das hat dem Hamburger Rotlichtviertel gerade noch gefehlt: Dragqueen Olivia Jones eröffnet auf St. Pauli die bundesweit erste Ausstellung mit Sexpuppen. „Wir wollen unseren Kieztour-Gäste etwas Besonderes bieten“, sagte die schrille Gastronomin am Freitag bei der Vorstellung der Idee auf St. Pauli. „Aber wir wollen auch die Zukunft der Erotik zeigen.“

Die Schau der drallen Silikon-Schönheiten wolle mehr als Voyeuristen befriedigen. „Das Geschäft mit Sexpuppen boomt enorm“, bestätigt Manfred Scholand, dessen Firma RS-Dolls die Attrappen herstellt. „Es gibt unglaublich viele Menschen, die keinen anderen Zugang zu Sex haben.“ Mittlerweile beliefert der Unternehmer aus dem Harz erste Bordelle in Deutschland, in denen ausschließlich Plastik-Prostituierte anschaffen.

Jones' Puppenstube befindet sich oberhalb ihrer Bar in der Großen Freiheit. Ab Mai sind im Schummerlicht im ersten Stock vier Modelle zu bestaunen. Besonders erwähnenswert in diesem Zusammenhang: Bei einer der Sexdienerinnen im Dafo-Maso-Stil ist Anfassen ausdrücklich erwünscht – „mehr aber auch nicht“, warnte die Puppenmama streng.

Gezeigt werden zwei weibliche, ein männliches sowie ein transsexuelles Modell. Alle sind laut Scholand aus hochwertigem Spezialkunststoff hergestellt, lebensgroß und verfügen über ein „extrem belastbares und flexibles Metallskelett“.

In einem Luxusmodell sorgt eine eingebaute Heizung für Körpertemperatur. Nach dem Sex geht's an die Steckdose zum Aufladen des Akkus. Die mit rund 2800 Euro teuerste Puppe ist zudem mit einer „Teach-In-Schnittstelle“ ausgestattet, über die sich die Sexdienerin programmieren lässt. „Sie kann mit jeder eingesprochenen oder -gestöhnten Stimme auf Berührungen reagieren“, schwärmen die Macher der Sexpuppenkammer. „Wir streiten uns schon darum, wer unserer Mandy Sextalk beibringen darf“, scherzt die Hausherrin.

Die meisten Puppen hätten „gut trainierte und gebaute Vorbilder, erfüllen Klischees“. Auch Außergewöhnliches sei im Angebot: „Barbara“ sei eher „Modell Hausmannskost,“ eine echte Wuchtbrumme mit reichlich Kurven.

Und natürlich fehle auch eine Transe nicht, betont Deutschlands bekannteste Dragqueen. „Unsere Guides erklären den Gästen dann, wie die Puppen gebaut werden und welche unendlichen Möglichkeiten es künftig geben wird, „sich seinen Traum-Tagesabschnittspartner zu konfigurieren.“ Das sei, so Olivia Jones, „ein bisschen wie im Autohaus für untenrum“.

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