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Intendant in Hamburg : Ohnsorg-Theater: Michael Lang löst Christian Seeler ab

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Der neue Chef arbeitet noch an seinem Plattdeutsch. Zeit hat Michael Lang dafür noch bis August 2017.

Hamburg | Wechsel an der Spitze des Hamburger Ohnsorg-Theaters: Zum 1. August 2017 wird der langjähriger Chef der Komödie Winterhuder Fährhaus, Michael Lang (53), Nachfolger des Intendanten Christian Seeler an der beliebten niederdeutschen Volksbühne. Das gab Seeler (56) am Donnerstag auf einem Pressetermin im Haus bekannt. Der Aufsichtsrat habe am Vortag einstimmig für Lang votiert.

Der Rücktritt kommt überraschend: Eigentlich ist Christian Seeler mit seinen 56 Jahren noch zu jung für einen Rückzug. Auch gilt er als erfolgreich. 

„Theater braucht Veränderung, Neuerung und Aktualisierung“, verkündete der Direktor, der wie sein Kollege hohes Ansehen als erfolgreicher Leiter einer privaten Spielstätte genießt. Das Ohnsorg ist ein 414-Plätze-Haus mit Studiobühne, festem Ensemble und jährlichen Subventionen in Höhe von 1,9 Millionen bei einem Gesamtetat von 6,7 Millionen Euro. 

Lang kündigte an, einige neue Akzente zu setzen. Insgesamt wolle er jedoch das ambitionierte und zeitgemäße Konzept einer Mischung aus Volksstücken, klassischen und modernen Dramen sowie Musicals „op platt“ fortführen. Er fügte hinzu: „Für mich ist das absolut der Volltreffer.“ Der studierte Klarinettist und Kulturmanager war Mitglied des Philharmonischen Staatsorchesters Hamburg, als ihn Rolf Mares 1988 als sein Nachfolger an die Komödie (580 Plätze) holte.

Dort gibt es kein eigenes Ensemble, dafür treten regelmäßig Fernseh- und Bühnenstars auf. Als wichtige Ergänzung gründete Lang die zeitkritische Reihe „Theater Kontraste“.  Der 1962 in Dortmund geborene Theatermann lebt seit 1968 in Hamburg.

Mit dem Plattdeutschen sei er vertraut, habe beim Sprechen allerdings „Nachholbedarf“, aber er lerne schon fleißig. Hier zeigte er sich zuversichtlich: „Ich bin Musiker und habe den Rhythmus dieser Sprache in mein Blut aufgenommen“, sagte er. Bezüglich eines neuen Leiters der Komödie Winterhuder Fährhaus sei die Berliner Eigentümerfamilie Wölffer in der Findungsphase.

Seeler betonte, dass er aufhöre, wenn es am meisten Spaß mache. Bei einer Platzausnutzung von derzeit mehr als 80 Prozent gehe er davon aus, „dass ich meinem Nachfolger ein finanziell ausbalanciertes Haus übergeben kann.“ Derweil handele es sich um „eine Staffelübergabe im vollen Lauf“, denn die Planungen am Ohnsorg hätten stets großen Vorlauf - hier arbeiteten Lang und er bereits harmonisch zusammen.

Der Intendant erklärte, selbst noch keine konkreten beruflichen Pläne zu haben. Wohl werde er sich aber verstärkt seinem Tournee-Unternehmen „Nordtour“ (Elmshorn) widmen.

 

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erstellt am 19.Nov.2015 | 16:24 Uhr

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