Baubeginn im April : Ohne Kreuzungen und Ampeln: Erster Radschnellweg in Hamburg

Auch in diesem Jahr gibt es wieder die A.Beig-Fahrradtour.
Fahrradpendler sollen auf dem neuen Teilstück schnell vorankommen.

1,3 Kilometer lang und 2,2 Millionen Euro teuer: Der Radschnellweg ist der Beginn einer ganzen Reihe neuer Radwege.

shz.de von
02. Januar 2018, 18:02 Uhr

Hamburg | Freie Fahrt für Alltags-Radler in der Millionenstadt: Hamburg bekommt in diesem Jahr seinen ersten so genannten Fahrrad-Schnellweg. Im Bezirk Nord entsteht ab April nördlich des Stadtparks eine 1,3 Kilometer lange und überwiegend vier Meter breite Trasse. Vorgesehen ist ein durchgängiger Zweirichtungsverkehr für rasantes Fortkommen, entspanntes Überholen eingeschlossen. 

Die Strecke bildet den Auftakt zum Bau einer ganzen Reihe solcher Schnellwege. Sie sind als innerstädtische Variante der noch breiteren Fahrrad-„Autobahnen“ gedacht, die einmal sternförmig aus dem Umland in die Metropole führen sollen. Vorbild für die bequemen Radverbindungen, die weitgehend ohne Kreuzungen und Ampeln auskommen, ist die dänische Hauptstadt Kopenhagen.

Hamburg will mit dem Ausbau der Infrastruktur langfristig den Radfahreranteil am städtischen Verkehr auf 25 Prozent verdoppeln, so steht es im rot-grünen Koalitionsvertrag. Bis 2020 sollen rund 100 Millionen Euro in Neubau und Modernisierung von Radwegen und Fahrradstreifen fließen. 

Los geht es mit der ersten Komfortstrecke an der Sengelmannstraße (Winterhude) in Höhe des gleichnamigen U-Bahnhofs. Der Radschnellweg verläuft von dort in südlicher Richtung parallel zu der vierspurigen Magistrale auf einer eigenen Trasse und bildet einen Abschnitt der Veloroute 5 Nord zwischen Flughafen und Barmbek. Absteigen soll auf dem Teilstück die absolute Ausnahme sein, obwohl zwei große Straßen zu queren sind. Sowohl für die Hebebrandstraße als auch für die Jahnbrücke sind Unterführungen vorgesehen. „So wird das Konfliktpotential von Radfahrern mit Fußgängern und dem motorisierten Individualverkehr reduziert“, heißt es in den Planunterlagen. Ziel sei es, „eine Radverkehrsführung zu schaffen, die ganzjährig und ganztägig sicher, zügig und komfortabel befahrbar sein soll“.

Und: Die Kreuzung zum Dakarweg wird als „gleichberechtigter Knotenpunkt“ mit Rechts-vor-links-Regelung gestaltet. Im Klartext: Autos und Radler sind dort einander gleichgestellt.

Die Route, die zu einem Teil durch Grünanlagen führt, wird  überwiegend asphaltiert sein. Südlich der Hebebrandstraße führt der Weg an dem im Bau befindlichen Pergolenviertel vorbei, in dem einmal etwa 3000 Menschen wohnen werden. Zur Anbindung des Quartiers und der Kleingärten sind mehrere Stichwege vorgesehen. Die Gesamtkosten des Radschnellwegs beziffert der Bezirk auf 2,2 Millionen Euro.

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