Anstoss - Die HSV-Kolumne : Nur ein sinnloser Verzweiflungsakt

Lars Zimmermann
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Lars Zimmermann

Unser Autor ist sich sicher - die Spahic-Verpflichtung zeigt die Not des HSV.

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12. Juli 2015, 06:00 Uhr

Hamburg | Die Verpflichtung von Emir Spahic zeigt, wie verzweifelt der HSV ist. Der bei Bayer 04 Leverkusen nach seiner Prügelattacke gegen mehrere Ordner mit Schimpf und Schande vom Hof gejagte Bosnier soll nicht nur die Verteidigung stabilisieren, sondern dazu auch noch Führungsaufgaben übernehmen.

Ob das klappt, ist allerdings mehr als fraglich. Schon in der vergangenen Saison war geplant, dass mit Valon Behrami ein zum Jähzorn neigender Profi vorangeht. Daraus ist bekanntlich leider nichts geworden und der Schweizer Nationalspieler hat schon nach einer Saison in Hamburg ausgespielt.

Bei Spahic wird es vermutlich nicht anders laufen, da er genau wie Behrami viel zu langsam ist und deshalb genauso wie der Schweizer dazu neigt, den Gegner rustikal von den Beinen zu holen. Die Defizite von Spahic fielen in Leverkusen nicht so sehr auf, weil er mit Ömer Toprak einen der besten Innenverteidiger der Bundesliga neben sich hatte. Dessen Qualität erreichen Johan Djourou und Cleber nicht einmal annähernd. Beide können Spahic’ Defizite nicht auffangen.

Aus sportlicher Sicht ist die Verpflichtung des Bosniers also fragwürdig. Deshalb ist es erst recht unverständlich, dass die Hamburger über seine Vorgeschichte einfach so hinwegsehen. Die Attacke gegen mehrere Ordner soll schließlich nicht der erste Aussetzer gewesen sein.

Eigentlich hatten die Fans darauf gehofft, dass der HSV sich rundum erneuert. Das mag aufgrund der finanziellen Misere für Dietmar Beiersdorfer, Peter Knäbel und Bruno Labbadia nur schwer zu realisieren sein. Aber das nun ausgerechnet ein 34-jähriger „Prügel-Profi“ eines der Gesichter des Neuaufbaus sein soll, lässt für die Zukunft das Schlimmste befürchten.

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