Öffentliches Leihradsystem : Neues vom Stadtrad: Lasten-Pedelecs und höhere Preise

So sieht das neue Hamburger StadtRad-Modell aus.

So sieht das neue Hamburger StadtRad-Modell aus.

Die Fahrradflotte soll von 2450 auf 4500 Fahrzeuge anwachsen, die Farbe und der Betreiber bleiben gleich.

shz.de von
29. Juni 2018, 20:26 Uhr

Sie bleiben rot, die ersten 30 Fahrminuten bleiben gratis und auch der Betreiber macht weiter – doch sonst wird sich so einiges ändern bei Hamburgs Stadrädern. Die Bahntochter DB Connect hat am Freitag den Zuschlag für weitere zehn Jahre Betrieb des öffentlichen Leihradsystems erhalten und danach eine Reihe von Serviceverbesserungen und technischen Änderungen angekündigt. „Mit der Neuausschreibung haben wir die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass die Erfolgsgeschichte weitergeht“, sagte Verkehrsstaatsrat Andreas Rieckhof und versprach: „Wir sind ganz sicher: Da geht noch mehr.“

Die Nutzerzahlen der Stadträder steigen stetig

Die feuerroten Flitzer sind ein Kind des schwarzen-grünen Senats und waren 2009 als bundesweit erstes öffentliches Leihangebot an den Start gegangen. Das System gilt als das erfolgreichste in Deutschland, die Nutzerzahlen steigen schier unaufhörlich. Für 2018 werden 500.000 Kunden und drei Millionen Fahrten erwartet.

Nun wollen die Verantwortlichen ab Januar 2019 noch einen Gang hochschalten. Die Fahrradflotte soll von 2450 auf 4500 Fahrräder anwachsen, wobei die vorhandenen Räder sämtlichst durch ein neues Modell ersetzt werden. Die Zahl der Ausleihstationen nimmt von 214 auf 350 zu, so dass Kunden dann auch am Stadtrand Stadträder mieten können.

Neu im Angebot sind elektrisch unterstützte Lastenräder für den Transport von Gütern und Kindern. Ab kommendem Frühjahr sollen zunächst 20 Lasten-Pedelecs zur Verfügung stehen, später steigt die Zahl auf 70.

Das Stadtrad gibt es nun auch als Lastenfahrrad.
BWVI/DB Connect

Das Stadtrad gibt es nun auch als Lastenfahrrad.

 

Die neuen Stadtrad-Modelle sollen den Nutzern das Bücken ersparen. Ist die Bedieneinheit mit Display bisher am Hinterrad angebracht, wird sie künftig am Lenker zu finden sein. Auch bekommen die Räder neu konstruierte Schlösser. Im Unterschied zu anderen Anbietern bleibt es beim Stationsprinzip – im Sinne eines „geordneten Erscheinungsbildes und freier Gehwege“, wie Rieckhof sagte.

Das Display kann nun einfacher bedient werden, ohne dass der Fahrer sich bücken muss.
BWVI/DB Connect

Das Display kann nun einfacher bedient werden, ohne dass der Fahrer sich bücken muss.

 

Zugleich bringt die neue Dekade aber auch eine „moderate Tarifanpassung“, so der Staatsrat. Weiterhin ist die erste halbe Stunde zwar kostenlos, allerdings wird ab 2019 eine Jahresgebühr von fünf Euro fällig. Ab der 31. Minute erhöht sich der Preis um je zwei Cent pro Minute auf acht Cent im HVV-Tarif und zehn Cent ohne. Der Tageshöchsttarif klettert um drei auf 15 Euro, für Lastenräder 24 Euro. Für die Transport-Pedelecs ist zudem ein Reservierungszuschlag von drei Euro zu zahlen. Für die Umstellungen wird es im Januar 2019 eine Betriebspause geben. 

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