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Langeweile auf Hamburgs Sündenmeile : Neuer Pepp für die Reeperbahn

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Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Schmuddelig und trostlos: Bei Tage steuern immer weniger Touristen Hamburgs Reeperbahn an. Das soll sich ändern.

Von wegen Vergnügungs-Viertel: Rund um die Hamburger Reeperbahn ist längst nicht alles lustvoll, schon gar nicht der Anblick bei Tag. Die sündige Meile wirkt unwirtlich, streckenweise verdreckt. Folge: Touristen steuern immer häufiger lieber die schicke Hafencity an.

Grundstückbesitzer, Barbetreiber und Ladeninhaber wollen den Abwärtstrend stoppen: Die Reeperbahn soll ein Business Improvement District (BID) werden, bei dem die Geschäftsleute die Schmuddelmeile nach eigenen Vorstellungen und auf eigene Rechnung aufhübschen. 1,9 Millionen Euro wollen sie dafür binnen fünf Jahren ausgeben. Zwar tummeln sich Jahr für Jahr drei bis vier Millionen Menschen auf der Reeperbahn. Doch viele Kiezbummler gucken nur kurz vorbei und kaufen nichts. Ändern will das die Interessengemeinschaft St. Pauli mit ihrem Konzept des BID „Reeperbahn +“. Ein Quartiersmanager soll sich hauptamtlich um den knappen Kilometer zwischen Millerntor und Nobistor kümmern, inklusive Spielbudenplatz, Hans-Albers-Platz, Große Freiheit und Herbertstraße. Ein Marketing-Konzept aus einem Guss, gezielte Werbeaktionen sowie zahlreiche äußerliche Veränderungen sollen die Attraktivität steigern. Ideen gibt es reichlich. So etwa ein eigenes Reeperbahn-Markenzeichen. Der erste Entwurf zeigt die leuchtend rote Silhouette einer kurvenreichen Dame auf High Heels – als Info-Punkt, Laternenverzierung oder als Hingucker.

Weitere Anregungen sind die künstlerische Gestaltung des Eingangsbereichs Millerntor, die vorübergehende Vergabe leerer Geschäfte an Kreative, ein Fußgängerleitsystem sowie Themenwege, die den Kiez mit seiner Geschichte als Arbeiterviertel oder als Immigrantenquartier zeigen. Auf der Wunschliste stehen ferner mehr öffentliche Toiletten und bessere Sauberkeit, neue Straßenlaternen und das gezielte Anstrahlen besonderer Gebäude – bei alledem soll die anrüchige Atmosphäre der Sex-and-Crime-Straße erhalten werden.

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erstellt am 18.Sep.2013 | 00:37 Uhr

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