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Jahresbilanz : Neuer Einsatz-Rekord bei Hamburger Feuerwehr

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Erstmals ist die Hamburger Feuerwehr im vergangenen Jahr mehr als eine Viertelmillion Einsätze gefahren. Die heftigen Stürme spielten dabei eine große Rolle. Die Diskussion um die veralteten Löschboote im Hafen geht weiter.

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erstellt am 07.Apr.2014 | 14:18 Uhr

Hamburg | Die Hamburger Feuerwehr ist im vergangenen Jahr zu so vielen Einsätzen ausgerückt wie nie zuvor. Vor allem mehrere Stürme trieben die Zahl der Einsätze auf einen neuen Rekordwert von fast 253.600, wie der Leiter der Feuerwehr, Klaus Maurer, am Montag sagte. Die Feuerwehr wurde demnach jeden Tag fast 700 Mal alarmiert. Der seit Jahren anhaltende Trend steigender Einsatzzahlen wird nach Maurers Ansicht auch künftig anhalten - unter anderem, weil in Hamburg mit mehr Einwohnern gerechnet wird. „Perspektivisch stehen die Zeichen weiterhin auf Wachstum.“ 

Die Feuerwehr wurde 2013 zu 11 456 Brandeinsätzen gerufen - im Vergleich zum Vorjahr ein leichtes Plus von 0,1 Prozent. Bei den technischen Hilfeleistungen gab es dagegen einen deutlichen Anstieg um gut zehn Prozent auf 21 750 Einsätze. Maurer führte dies auf die schweren Stürme „Christian“ und „Xaver“ sowie mehrere kleinere Unwetter zurück.

Auch die Einsätze im Rettungsdienst kletterten mit 220 377 (plus 1,4 Prozent) auf „ein neues Allzeithoch“, hieß es. Der Kampfmittelräumdienst konnte 2013 zudem neun große Sprengbomben entschärfen. Die 87 Freiwilligen Feuerwehren Hamburgs fuhren mit knapp 9948 ebenfalls fast ein Drittel mehr Einsätze.

Hamburgs Innensenator Michael Neumann (SPD) erklärte: „Gerade bei den großen Unwettereinsätzen im vergangenen Jahr hat sich gezeigt, wie hervorragend das Zusammenspiel von Hamburger Berufs- und Freiwilliger Feuerwehr funktioniert.“ Die Feuerwehrleute hatten im Sommer 2013 bei dem Hochwasser in Dresden und Amt Neuhaus geholfen.

Private Rauchmelder sorgten 2013 allein für 1550 Fehlalarme. „Trotzdem werden diese Einsätze weiterhin kostenfrei bleiben“, sagte Maurer. Der Feuerwehrchef rief die Menschen jedoch dazu auf, vor allem vor dem Urlaub die Melder zu warten und die Batterie zu wechseln - denn gerade in den Ferienmonaten gebe es einen deutlichen Anstieg der Fehlalarme. Maurer geht aber davon aus, dass es seit der Rauchmelder-Pflicht in Hamburg deutlich weniger Brandtote gibt. Im vergangenen Jahr kamen elf Menschen bei Feuern ums Leben.

Neumann betonte, es werde intensiv diskutiert, wie die drei veralteten Löschboote im Hamburger Hafen erneuert werden könnten. Das werde aber - angesichts einer notwendigen europaweiten Ausschreibung - nicht schnell gehen: „Das ist ein Beschaffungsprozess, der entsprechend lange dauern wird.“ Außerdem seien bei den Löschbooten Maßanfertigungen nötig, um für die speziellen Anforderungen im Hafen gerüstet zu sein. Die Boote hätten „schon richtig Jahre auf dem Buckel“ - und alte Geräte fielen relativ gesehen häufiger aus.

In der vergangenen Woche war bekanntgeworden, dass alle drei Löschboote nicht voll einsatzbereit sind. Inzwischen hat die Feuerwehr die Boote jedoch nachgerüstet. Der Brandschutz im Hafen sei auch mit dieser provisorischen Lösung gewährleistet, sagte Maurer.

Nach Ansicht der CDU-Bürgerschaftsfraktion ist für die steigenden Anforderungen, die mit dem Einsatzrekord einhergehen, eine stärkere politische Unterstützung der Feuerwehren nötig. Der Sprecher für den Bereich Feuerwehr, Dennis Gladiator, forderte zudem, die Brandschutzprävention auszubauen. „Dazu fehlen der Berufsfeuerwehr derzeit jedoch das Personal und entsprechende Schulungen.“ Vor allem brauche Hamburg aber ein Löschboot-Konzept für den Hafen: „Ein Welthafen, der über kein einziges einsatzfähiges Löschboot der Feuerwehr verfügt, ist eine tickende Zeitbombe. Der Senat muss sich jetzt beeilen, damit bereits in den nächsten Haushaltsberatungen die notwendigen Mittel bereitgestellt werden können.“

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