Überwachung : Neue Kameras am Hamburger Hauptbahnhof zeichnen ultrascharf auf

Ein Bundespolizist überwacht den Hauptbahnhof von seinem Videoarbeitsplatz aus.

Ein Bundespolizist überwacht den Hauptbahnhof von seinem Videoarbeitsplatz aus.

Die Anzahl der Videokameras am Hauptbahnhof wurde erhöht, die neue Technik ist auch deutlich besser als die alte.

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13. Dezember 2017, 18:47 Uhr

Hamburg | Hamburgs Hauptbahnhof ist mit mehr als 500.000 Nutzern täglich der meist frequentierte in Deutschland – und er ist für sein Gewusel samt einer Vielzahl von Straftaten berüchtigt. Um die Sicherheit von Fahrgästen, Kunden und Passanten zu verbessern, haben die Bahn und die Bundespolizei die Videoüberwachung nun massiv ausgebaut. Seit neuestem halten 190 Kameras fest, was in den Hallen passiert, „live und 24 Stunden am Tag“, wie Normen Großmann, Leiter der Bundespolizeiinspektion Hamburg, am MIttwoch berichtete. Angesichts zunehmender Gewaltkriminalität, Taschendiebstählen und „der abstrakten Gefahr terroristischer Anschläge“ komme der Videotechnik hohe Bedeutung zu.

Gewalttaten, Diebstähle, Sachbeschädigungen und andere Straftaten am Hauptbahnhof haben in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Ihre Zahl stieg in den vergangen fünf Jahren um rund ein Drittel auf 3846 registrierte Fälle in 2016. Rohheitsdelikte wie Raub und Körperverletzung nahmen um 20 Prozent auf 444 Fälle zu.

Die Zahl der Kameras wurde mehr als verdreifacht. Zudem ist die neue digitale Technik deutlich besser als die bisherige analoge. Großmann: „Die neuen Kameras zeichnen in Full HD auf.“ Die „hervorragende Bildqualität“ soll helfen, Straftaten schneller zu erkennen und Täter leichter fassen und überführen zu können. Der Bundespolizeichef erhofft sich überdies eine größere Abschreckungswirkung. 

Die gestochen scharfen Bilder der 190 Überwachungskameras werden sowohl zur Bundespolizei als auch in die Betriebszentrale des Bahnhofs übertragen, wo Mitarbeiter die Monitore fortlaufend beobachten. Die Bahn nutze die Übertragung in erster Linie, um Betriebsabläufe zu optimieren und hilflosen Fahrgästen zu helfen. 

Der Bildausschnitt lässt sich durch Verschwenken und Heranzoomen anpassen. Die Bundespolizei speichert die Videobilder für höchstens 30 Tage und nutzt die Aufzeichnungen bei Verdachtsfällen für die Fahndung und die Beweissicherung. Der Zugriff auf die Aufzeichnungen obliege allein der Bundespolizei. Eine Gesichtserkennung ist nach Angaben der Verantwortlichen möglich, derzeit sei die entsprechende Technik jedoch nicht installiert. 

Die modernisierte Videokontrolle am Hauptbahnhof kostet 1,7 Millionen Euro, Bahn und Bundespolizei teilen sich die Kosten. Der Hauptbahnhof ist Teil einer bundesweiten Offensive bei der Videoüberwachung an Bahnhöfen. Auch in Hamburg sollen weitere Stationen nachgerüstet werden. Ein Videoausbau ist laut Deutscher Bahn für die Bahnhöfe in Harburg, Dammtor, Altona sowie die S-Bahnhaltepunkte Jungfernstieg, Landungsbrücken und Hamburg Airport vorgesehen.

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