MKG Hamburg : Nazi-Beute: Hamburger Museum gibt Kidduschbecher zurück

<p>Das Museum gibt den Silberbecher an Nachkommen des jüdischen Sammlers Max Hahn zurück.</p>

Das Museum gibt den Silberbecher an Nachkommen des jüdischen Sammlers Max Hahn zurück.

1939 wurde der Becher beschlagnahmt. Jetzt geht er nach Kanada, zu einem Enkel des beraubten jüdischen Sammlers.

shz.de von
07. November 2018, 17:21 Uhr

Hamburg | Das Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg (MKG) hat am Mittwoch einen 1939 während der NS-Zeit beschlagnahmten Silberbecher zurückgegeben. Der Becher stammt aus der Judaika-Sammlung des Unternehmers und Kunstsammlers Max Raphael Hahn (1880-1942) aus Göttingen. Das Museum übergab den Kidduschbecher im Auftrag der Freien und Hansestadt Hamburg an den kanadischen Mediziner Michael Hayden. Der Enkel von Max Raphael Hahn empfing das Gefäß im Beisein weiterer Familienmitglieder.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs befanden sich insgesamt noch rund zwei Tonnen des Silbers, das 1939 von den Nationalsozialisten beschlagnahmt worden war, in der Obhut der Hamburger Finanzbehörde. Bis 1958 konnte rund eine Tonne Silber den einstigen Besitzern oder ihren Erben zurückgegeben werden. Die verbliebenen Stücke verteilte Hamburg nach einer Ausgleichszahlung an die Jewish Trust Corporation ab 1960 auf die Hamburger Museen.

Seit 2014 zeigt das MKG Hamburg seine Silberbestände, die ihm die Stadt Hamburg 1960 überstellte, in der Ausstellung „Raubkunst? Provenienzforschung zu den Sammlungen des MKG“, um die Öffentlichkeit über ein weniger bekanntes Kapitel der Enteignungsgeschichte zu informieren und den Opfern des Holocaust und deren Erben das Finden gesuchter Silbergegenstände zu erleichtern.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen