Hamburg-Billstedt : Nach tödlichem Streit: Zeugen widersprechen sich

Die Polizei sichert Spuren am Tatort in der Billstedter Hauptstraße.
Die Polizei sichert Spuren am Tatort in der Billstedter Hauptstraße.

Bei einem Streit in Hamburg-Billstedt kommt ein Mann hinzu – und wird erstochen. Wollte er zu Hilfe kommen?

shz.de von
11. Mai 2015, 16:59 Uhr

Hamburg | Nach einer tödliche Auseinandersetzung am frühen Sonntagmorgen in Hamburg-Billstedt haben Zeugen widersprüchliche Angaben zum Ablauf des Geschehens gemacht. Die Vernehmungen dauerten an, sagte ein Polizeisprecher am Montag. Zunächst waren die Ermittler davon ausgegangen, dass ein 22-Jähriger den Streit eines jungen Paares schlichten wollte. Er habe der Frau helfen wollen. Ihr 20 Jahre alter Freund habe daraufhin den 22-Jährigen attackiert und erstochen. Der Sachverhalt stelle sich möglicherweise aber anders dar, sagte der Sprecher.

Offen sei, ob der 22-Jährige in den laufenden Streit eingriff oder erst, als er schon vorbei war, erklärte der Sprecher. Dann würde es sich nicht um eine klassische Nothilfesituation handeln. Fraglich sei auch, ob es überhaupt eine körperliche Auseinandersetzung zwischen dem Paar gab oder ob die beiden nur verbal stritten. Die zahlreichen Zeugen seien zum Teil alkoholisiert gewesen. Zudem müssten Dolmetscher bei den Vernehmungen helfen, hieß es.

Der mutmaßliche Täter hatte sich noch am Sonntagmorgen der Polizei gestellt. Er sollte am Montag vor den Haftrichter kommen. Eine Entscheidung wurde bis zum späten Nachmittag nicht bekannt.

Unabhängig von diesem konkreten Fall riet die kriminalpolizeiliche Beratungsstelle Hamburg davon ab, sich in gewaltsame Auseinandersetzungen einzumischen. Man sollte lieber nur beobachten und die Polizei verständigen. „Helfen ja, aber bitte nicht sich selbst in Gefahr bringen“, fasste ein Sprecher die Maxime zusammen.

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