Mongols gegen Hells Angels : Nach Taxi-Attacke: Zwei Verdächtige in Hamburg verhaftet

Bei einer Schießerei nahe der Hamburger Reeperbahn wurde ein Rocker schwer verletzt. Das Foto zeigt die Einschusslöcher in den Türen eines Taxis. In der Nacht zu Sonntag wiederum ist ein 26-Jähriger mit einem Messer angegriffen worden.
Bei der Schießerei nahe der Hamburger Reeperbahn wurde ein Rocker schwer verletzt. Das Foto zeigt die Einschusslöcher in den Türen eines Taxis.

Nach Schüssen auf ein Taxi Ende Dezember sind bei einer Razzia zwei Männer festgenommen worden. Sie werden dem Umfeld der Hells Angels zugeordnet.

shz.de von
19. Januar 2016, 17:13 Uhr

Hamburg | Bei einer Razzia gegen die Rockerkriminalität in sechs norddeutschen Ländern hat die Polizei am Dienstag zwei Männer aus dem Umfeld der Hells Angels in Hamburg verhaftet. Die beiden 35-Jährigen stehen im Verdacht, an einem Überfall auf eine Gruppe der verfeindeten Mongols am 28. Dezember 2015 beteiligt gewesen zu sein, wie die Polizei mitteilte. Damals waren sieben Schüsse auf ein Taxi abgegeben worden, in dem drei Mongols flüchten wollten. Zwei von ihnen waren leicht verletzt worden.

Seit Monaten gärt der Streit zwischen den Rockergruppen im Hamburger Rotlichtviertel. Anfang Januar reagierte die Hamburger Polizei mit der Gründung der Sonderkommission gegen Rockerkriminalität. Vor fünf Jahren tobte auch in Schleswig-Holstein ein Machtkampf zwischen den Hells Angels und den Bandidos. Das Innenministerium griff hart durch und verbot die beteiligten Gruppierungen aus Flensburg, Kiel und Neumünster.

Am Dienstag durchsuchten Spezialkräfte der Polizei 20 Objekte in Hamburg, Schleswig-Holstein (Norderstedt, Rellingen), Bremen, Niedersachsen (Barsinghausen, Sottrum, Hassendorf), Mecklenburg-Vorpommern (Rostock) und Berlin. Die „Soko Rocker“ vollstreckte die beiden Haftbefehle in Hamburg.

An der Razzia seien insgesamt 250 Beamte beteiligt gewesen, darunter das Mobile Einsatzkommando der Hamburger Polizei und Sondereinsatzkommandos aus den fünf übrigen Ländern sowie Sprengmeister des Landeskriminalamts Hamburg und Hundeführer. In den Wohnungen seien umfangreiche Beweismittel und Datenträger sichergestellt worden, hieß es.

Ein bei dem Überfall auf die Mongols angeschossener 26-Jähriger war wenige Tage später am 2. Januar erneut mit dem Messer angegriffen und schwer verletzt worden. Im Zusammenhang mit dieser Tat hatte die Hamburger Polizei am Dienstag vergangener Woche drei Männer im Alter von 21, 23 und 24 Jahren verhaftet.

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