Reeperbahn in Hamburg : Nach Silvester-Übergriffen: Türsteher wollen Streife laufen

Ein Türsteher auf dem Hamburger Kiez. /Archiv
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Ein Türsteher auf dem Hamburger Kiez. /Archiv

Das zweite Party-Wochenende seit den Übergriffen steht bevor. Auf dem Kiez wird sich etwas ändern.

shz.de von
15. Januar 2016, 13:54 Uhr

Hamburg | Nach den sexuellen Übergriffen in der Silvesternacht wollen am Wochenende die ersten Türsteher auf dem Hamburger Kiez Streife laufen. Die Sicherheitskräfte sollen durch Warnwesten oder Armbinden klar erkennbar sein, wie das „Hamburger Abendblatt“ am Freitag berichtete. Die privaten Wachleute wollen Kiez-Besucherinnen ein Gefühl der Sicherheit vermitteln.

In Hamburg haben bereits 205 Frauen Strafanzeige wegen Übergriffen an Silvester erstattet. Die Politik diskutiert über härtere Strafen und schnellere Abschiebung von Flüchtlingen.

In der „Bild“-Zeitung erklärte der Chef von „Security Große Freiheit“, Benny Dianat: „Unsere Leute werden nicht nur die Türen schützen, sondern die ganze Straße. Frauen, die Angst haben, allein zur S-Bahn zu gehen, können die Zentrale anrufen und bekommen dann Begleitung gestellt.“ An einem Treffen von Club- und Barbetreibern, über das auch andere Medien berichtet hatten, hatte auch die Polizei teilgenommen.

Ausdrücklich vereinbart worden sei dabei, dass die Türsteher keine polizeilichen Aufgaben übernehmen dürfen. „Es ist gut, dass jeder auf dem Kiez ein Auge auf alles wirft. Doch für Sicherheit sorgt immer noch die Polizei“, sagte Polizeisprecherin Karina Sadowsky am Freitag. „Wenn Kiez-Mitarbeiter oder andere Menschen sehen, dass etwas passiert, müssen sie die Polizei rufen.“ Einen ersten Ermittlungserfolg nach der Silvesternacht hatten die Beamten am Donnerstagabend gemeldet: Acht Tatverdächtige sind ermittelt.

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