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Junkers 52 in Hamburg : Nach Restaurierung: „Tante Ju“ fliegt ab Juni wieder regelmäßig

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Das Traditionsflugzeug hebt schon Ende April zu einem Werkstattflug ab. Ab Juni können Passagiere einsteigen.

Hamburg | Die Seniorin hat die 80 schon im vorigen Jahr hinter sich gelassen - aber sie ist fit wie nie. Bei Menschen mag das unmöglich sein, beim legendären Propellerflugzeug Ju52 ist es Realität. Nach anderthalbjähriger Frischzellenkur hat „Tante Ju“ am Donnerstag an ihrem 81. Geburtstag in Hamburg den symbolischen Rollout für die Flugsaison 2017 gefeiert. „Unsere alte Dame steht so gut da wie nie zuvor“, strahlte Werner Knorr, Vorsitzender der Deutsche Lufthansa Berlin Stiftung, die den Veteran betreut. Wenn letzte Restarbeiten erledigt sind, hebt der Oldie-Flieger im Juni wieder in ganz Deutschland zu Rund- und Streckenflügen ab.

Trotz des Stiftungsnamens: Ihre Heimat hat „Tante Ju“ nicht in der Haupt-, sondern in der Hansestadt. Auf dem Gelände der Lufthansatechnik in Hamburg haben mehrere Dutzend Mitarbeiter und freiwillige Helfer ihrem Schützling seit Herbst 2015 die aufwendigste Restaurierung seit 30 Jahren verpasst; stolze 20.000 Arbeitsstunden kamen zusammen. Knorr, früherer Chefpilot der Lufthansa, plauderte aus dem Nähkästchen: „Einer der Mittelholme war gebrochen. Und es ist gar nicht so einfach, die Wirbelsäule in einem 80 Jahre alten Flugzeug zu erneuern.“ Acht solcher Holme durchziehen die Junkers 52/3 von einer Flügelspitze zur anderen und bilden deren Skelett. 

Als sich auch noch ein Ersatzteil als schadhaft entpuppte, musste die Stiftung schweren Herzens die gesamte Saison 2016 ausfallen lassen. „Wir haben dann aus der Not eine Tugend gemacht“, sagte der Stiftungsvorsitzende, „und Erneuerungsarbeiten erledigt, die erst für später vorgesehen waren.“ Die Techniker ersetzten sämtliche Holme, und auch die Planken an den Unterseiten der Tragflächen sind neu. Werkstattleiter Thomas Grütjen: „Die Aluminiumbleche mussten wir per Hand selbst herstellen.“ So wie übrigens fast alle anderen Ersatzteile auch. Noch leuchten die neuen Flächen der Außenhaut in Rostschutz-Grün, doch nach der Lackierung in Holland wird die fliegende Tante wieder Ihr markantes silbernes Wellblechkleid zeigen. 

Einen siebenstelligen Betrag hat die Verjüngung gekostet, 400.000 Euro steuerte der Bund aus dem Topf für Denkmalpflege bei. Denn die Ju52 - 1936 in den Dessauer Junkers-Werken gebaut - ist als „fliegendes technisches Denkmal“ eingestuft; der 16-Sitzer gilt als ältestes Passagierflugzeug der Welt. Rüstig statt rostig: Knorrige und seine Mitstreiter trauen „Tante Ju“ noch viel zu: „Wir visieren jetzt mit großer Zuversicht das Alter von 100 Jahren an.“

Info: Die Ju52 hebt von Juni bis Oktober von vielen deutschen Flugplätzen aus zu Oldtimer-Flügen ab; die Preise liegen zwischen 239 und 399 Euro. Allerdings ist ein Großteil der Flüge bereits ausgebucht. Flugplan und Online-Buchungen unter: www.lufthansa-ju52.de.

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erstellt am 06.Apr.2017 | 14:42 Uhr

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