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Von-Sauer-Strasse in Bahrenfeld : Nach Bunkerbrand: Anwohner zurück - Feuerwehr weiter vor Ort

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Das Feuer ist gelöscht, aber die Feuerwehr kontrolliert den Bunker weiter.

Hamburg | Nach dem Feuer in einem Hochbunker in Hamburg war die Feuerwehr auch am Sonntag noch mit Brandkontrollen im Einsatz. Alle 30 Minuten werde kontrolliert, ob es Brandherde oder Rauchentwicklung im Gebäude gebe, sagte ein Feuerwehrsprecher am Sonntagmorgen. Die 5,5 Tonnen Pyrotechnik befinde sich zwar noch im Gebäude, es bestehe aber keine Explosionsgefahr mehr, hieß es am Sonntag. Der Brand konnte von der Feuerwehr am Samstagabend gelöscht werden.

Die Ermittlungen zur Brandursache stünden ganz am Anfang, da der Bunker noch nicht gefahrenfrei begangen werden könne, sagte ein Feuerwehrsprecher. Die Bewohner der Nachbarhäuser konnten unterdessen am späten Samstagabend wieder in ihre Wohnungen zurückkehren.

Der zweite Brand eines Hochbunkers in Hamburg binnen weniger Tage hatte die Feuerwehr am Samstag vor große Probleme gestellt: In dem Bauwerk aus dem Zweiten Weltkrieg lagerten bis zu 5,5 Tonnen Pyrotechnik. In der Nacht hatte es eine Explosion in dem Gebäude im Stadtteil Bahrenfeld gegeben. Auch zwölf Stunden nach dem Alarm bei der Feuerwehr kämpften deren Einsatzkräfte noch gegen den Brand. Innensenator Michael Neumann (SPD) kam zum Unglücksort.

Seine Behörde will alle Hochbunker der Hansestadt überprüfen. Erst am Dienstag hatte ein Hochbunker im Stadtteil Rothenburgsort gebrannt.

Die Häuser in der Nachbarschaft des Bahrenfelder Bunkers in der Von-Sauer-Straße waren am Samstag vorsorglich geräumt worden. Verletzte gab es nicht. Die Bewohner seien in Sicherheit. „Die Gefahr für die Anwohner ist gering, weil die Pyrotechnik dem Bunker nichts anhaben kann“, sagte Feuerwehrsprecher Hendrik Frese. Etwa 150 Menschen waren betroffen. „Etwa die Hälfte haben wir vorerst in Bussen und Zelten untergebracht, die anderen sind bei Verwandten oder Freunden untergekommen“, berichtete Frese.

Mit rund 80 Einsatzkräften war die Feuerwehr ausgerückt. „Das ist ein extrem schwieriger Einsatz“, sagte Frese, nachdem die Löscharbeiten für die Rettungskräfte am Samstag zu gefährlich geworden waren. „Wir haben riesiges Glück, dass die Kollegen beim ersten Vorstoß da lebend rausgekommen sind. Wir wollen jetzt kein Risiko mehr eingehen“, erklärte der Sprecher. Wegen des starken Rauches konnten die Feuerwehrmänner das Gebäude zunächst mehrere Stunden nicht betreten.

Der Einsatz eines Roboters des Kampfmittelräumdienstes musste vorzeitig abgebrochen werden. „Es liegen zu viele Trümmer auf der Treppe, eine Wand ist eingestürzt, der Roboter kommt nicht über den Schutt“, berichtete Frese. Das ferngesteuerte Gerät mit Videoausrüstung sollte Feuerwehr und Polizei für die weitere Einsatzplanung Bilder aus dem Inneren des Bunkers liefern.

Die Feuerwehr versuchte danach unter anderem über Lüftungslöcher Zugang zu dem Gebäude zu bekommen. „Die Löcher sind nicht besonders groß, aber sie reichen aus, um Schläuche und Wasser in die Bunker einzubringen“, sagte Frese. Dadurch sollten die Temperatur in dem Gebäude gesenkt und die gelagerte Pyrotechnik befeuchtet werden.

„Die Maßnahme war erfolgreich, der Rauch ist dadurch auf ein Minimum zurückgegangen“, sagte der Sprecher. Im Anschluss untersuchten zwei Trupps erstmals den Bunker im Inneren. Wärmebildkameras sollten zudem Aufschluss über die Temperaturen im Gebäude geben. „Es sieht so aus, als ob es langsam dem Ende zu geht“, sagte Frese.

Innensenator Michael Neumann (SPD) hatte den Unglücksort am Vormittag besucht. Nach dem zweiten Brand in einem Hochbunker innerhalb von fünf Tagen ordnete seine Behörde eine Überprüfung aller Bunker in der kommenden Woche an. „Es soll geprüft werden, was dort lagert und welche Genehmigungen dafür vorliegen“, sagte Sprecher Frank Reschreiter am Samstag. Auch die Stabilität und Sicherheit der Bauwerke sollen in Zusammenarbeit mit den Bezirken kontrolliert werden.

Die Menschen in Bahrenfeld, die ihre Wohnungen verlassen mussten, durften noch einmal kurz in ihre Räume, um Haustiere, Medikamente und andere notwendige Dinge für die nächsten Stunden zu holen. Ein 65-Jähriger berichtete, wie er und seine Nachbarn am Morgen in Eile das Haus verlassen mussten. „Bei uns im Haus gibt es insgesamt sechs behindertengerechte Wohnungen, in denen körperlich Beeinträchtigte leben“, erzählte Ingo Knies. „Da ist die Feuerwehr aber rein wie ein Sondereinsatzkommando. Bei einer Nachbarin mussten sie sogar die Tür aufbrechen - die Dame ist schwerhörig und dazu auf einen Rollstuhl angewiesen.“ Für die Feuerwehr in der Hansestadt war es neben den beiden Bunkerbränden der dritte derartige Großeinsatz in dieser Woche: Bei einem Chemieunfall in einem Gewerbegebiet war am Donnerstagabend stark ätzende Lauge ausgetreten. 20 Personen kamen vorübergehend in Krankenhäuser.

Erst am Dienstag hatte es im Hamburger Stadtteil Rothenburgsort in einem Hochbunker gebrannt. Es gab eine explosionsartige Durchzündung von Rauchgas. 45 Menschen wurden verletzt. Anwohner mussten die Häuser verlassen. Auch am Freitag konnten die rund 400 Menschen immer noch nicht in ihre Wohnungen zurück. Ebenso warten der Baustatiker und die Brandermittler des Landeskriminalamtes weiterhin auf grünes Licht von der Umweltbehörde.

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erstellt am 09.Aug.2015 | 12:34 Uhr

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