Millerntor-Stadion : Nach Ausschreitungen: FC St. Pauli prüft Schadenersatzforderungen gegen Dynamo Dresden

<p>Bei dem Spiel am Samstag gegen Dynamo Dresden war es zu mehreren Vorfällen im Millerntor-Stadion gekommen.</p>

Bei dem Spiel am Samstag gegen Dynamo Dresden war es zu mehreren Vorfällen im Millerntor-Stadion gekommen.

Die Instandsetzung der von Dynamo-Fans verwüsteten Toiletten-Anlagen wird rund 10.000 Euro kosten.

shz.de von
03. Dezember 2018, 16:41 Uhr

Hamburg | Fußball-Zweitligist FC St. Pauli prüft nach den Ausschreitungen Dresdener Fans im Millerntor-Stadion eine Kostenübernahme für die Instandsetzung durch Dynamo Dresden. Nach dpa-Informationen will sich der Hamburger Verein mit den Sachsen in Verbindung setzten, um Schadenersatzansprüche zu klären. Die Kosten für die Instandsetzung der verwüsteten Toilettenanlagen in Bereich der Auswärtsfans werden auf 10 .000 Euro geschätzt. „Es ist enorm, was mutwillig zerstört wurde“, sagte Sportchef Uwe Stöver, der sich die Schäden gemeinsam mit Dresdner Vertretern angeschaut hatte.

Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher und Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert verurteilten am Montag ebenfalls die Ausschreitungen. „Angriffe auf friedliche Fans, Ordner und Polizeibeamte sind nicht hinnehmbar und dürfen nicht straflos bleiben. Ebenso unerträglich wie Gewalt sind rassistische, frauenfeindliche und rechtsextreme Sprechchöre und -bänder, die während des Spiels zu hören und zu sehen waren. Diese schaden den Vereinen und dem Fußballsport insgesamt“, heißt es in der gemeinsamen Erklärung.

Mehrere Verletzte nach Fan-Randale

Die Stadtoberhäupter befürworten harte Strafen für die Täter und lebenslange Stadionverbote für die beteiligten Personen. Bei dem Spiel am vorigen Samstag gegen Dynamo Dresden (1:1) war es zu mehreren Vorfällen im Millerntor-Stadion gekommen Ein Zuschauer erlitt einen Herzinfarkt und musste reanimiert werden. Dresdner Anhänger sollen Helfer beim Abtransport mit Bierbechern und anderen Gegenständen beworfen haben. Dresdens kaufmännischer Geschäftsführer Michael Born entschuldigte sich in einer Vereinsmitteilung bei den betroffenen Menschen. Zudem war ein frauenverachtendes Spruchband gezeigt worden.

Weiterhin versuchten vermummte Dresden-Fans, in andere Bereiche des Millerntor-Stadions vorzudringen. Die Polizei setzte Schlagstöcke und Pfefferspray ein. 34 Menschen, darunter sechs Polizisten sowie drei Ordner wurden bei dem Einsatz verletzt.

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