Schwierige Zweitklassigkeit : Nach Abstieg 2018: Wie geht es weiter beim Hamburger SV?

Der Abstieg kommt nicht aus heiterem Himmel und dennoch wird sich das Selbstverständnis verändern. Sechs Zukunftsfragen.

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14. Mai 2018, 10:11 Uhr

Was ist passiert?

Nach 54 Jahren und 261 Tagen hat es auch das letzte der 16 Gründungsmitglieder der Bundesliga erwischt. Seit Jahren wandelte der einst so stolze Club am Abgrund zur 2. Liga, schaffte oft erst im letzten Moment die Rettung. Doch seit dem 12. Mai 2018 ist amtlich: Der Hamburger SV ist nur noch zweitklassig.

Wie geht es nun weiter?

Die Planungen für die erste Zweitliga-Saison in der Vereinsgeschichte laufen auf Hochtouren, das Ziel der sofortigen Rückkehr ins Oberhaus ist in Stein gemeißelt. „Wir arbeiten ab jetzt intensiv an dem klaren Ziel, bestmöglich vorbereitet in die nächste Saison zu gehen und den direkten Wiederaufstieg zu realisieren“, sagte Vorstand Frank Wettstein.

Was wird aus Trainer Christian Titz?

Titz soll als Cheftrainer im Amt bleiben. Dies bekräftigten die HSV-Verantwortlichen am Wochenende. Der 47-Jährige, der dem Club mit vier Siegen in acht Spielen überhaupt erst die Hoffnung auf die mögliche Last-Minute-Rettung zurückgegeben hatte, könnte schon heute  einen neuen Vertrag unterschreiben.  Titz  hatte am 13. März die Nachfolge von Bernd Hollerbach angetreten, der für Markus Gisdol gekommen war.

Was wird aus der Mannschaft?

Das ist das wohl größte Fragezeichen vor der Mission Wiederaufstieg. Teure Leistungsträger wie Lewis Holtby, Aaron Hunt oder der zuletzt verletzte Nicolai Müller stehen auf der Kippe. Auch bei Top-Talent Fiete Arp gibt es noch ein Fragezeichen. Ein klares Signal setzte Kapitän Gotoku Sakai. „Ich bleibe“, sagte der Japaner, der ein Vertragsangebot des Clubs vorliegen hat, unmittelbar nach dem Abstieg. Spieler wie Dennis Diekmeier, Sejad Salihovic und auch Andre Hahn werden wohl kaum bleiben (dürfen). Die Profis, die bleiben, müssen sich auf ungemütliche Vertragsverhandlungen einstellen. Deren Millionengehälter sollen eingedampft werden. „Wir werden mit Sicherheit nicht weiter Unsinnspreise zahlen, wie wir das in der Vergangenheit teilweise getan haben“, sagte Hoffmann gestern.

Was wird aus der Stadion-Uhr?

Die legendäre Stadion-Uhr des HSV läuft auch nach dem ersten Abstieg der Clubgeschichte aus der Fußball-Bundesliga weiter – aber anders: Seit gestern  zeigt sie im Volksparkstadion die Zeitspanne seit der Gründung des Traditionsvereins am 29. September 1887 an. Das sind 130 Jahre, 226 Tage sowie die entsprechenden Stunden, Minuten und Sekunden.

Wie realistisch ist der Wiederaufstieg?

Ziemlich. Wenn der HSV die auf der Zielgeraden der abgelaufenen Bundesliga-Saison gezeigten PS halbwegs auf die Straße bringt, könnte es mit der direkten Rückkehr ins Oberhaus klappen. Der Trainer, das Stadion, die Fans: In den letzten Wochen, zu spät, hat der Club sein großes Potenzial angedeutet.

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