zur Navigation springen

Bündnis aus Hamburg : (N)Olympia: Bewerbung ist Steuerverschwendung

vom

Deutschland habe überhaupt keine Chance, den Zuschlag für die Spiele 2024 zu bekommen, meint das Bündnis (N)Olympia-Hamburg.

shz.de von
erstellt am 29.Okt.2014 | 12:23 Uhr

Hamburg | Das Bündnis (N)Olympia-Hamburg hat das Beharren des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB) auf einer deutschen Olympiabewerbung 2024 als Verschwendung von Steuergeldern kritisiert. „Dass Deutschland laut offizieller Olympia Charta für 2024 gar keinen Zuschlag bekommen kann, da es höchstwahrscheinlich im selben Jahr Austragungsort der Fußball EM sein wird, scheint nicht weiter zu stören“, kommentierten die Olympia-Gegner auf ihrer Homepage die Entscheidung des DOSB vom Dienstag - und fügten an: „Es sind ja auch nicht 50 Millionen vom DOSB, die da in ein aufwendiges und von vornherein aussichtsloses Bewerbungsverfahren fließen.“

Das DOSB-Präsidium hatte einstimmig beschlossen, sich mit Berlin oder Hamburg für die Olympischen Sommerspiele 2024 - und gegebenenfalls auch 2028 - zu bewerben. Vom Plan, sich am 6. Dezember auf der Mitgliederversammlung in Dresden für eine Stadt zu entscheiden, nahmen die Funktionäre jedoch Abstand. Nun soll die Kandidatenkür erst auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am 21. März 2015 erfolgen. Dann ist der Nachfolger von Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) bereits im Amt und auch die am 15. Februar 2015 in Hamburg anstehende Bürgerschaftswahl entschieden.

In Hamburg ist die Olympia-Bewerbung umstritten. Die Hamburger Hafenunternehmen kündigten an, die Olympiapläne der Hansestadt zu unterstützen - aber nur, wenn der Senat ihnen entgegen komme. „Wir brauchen absolute Investitionssicherheit“, sagte Gunther Bonz, Präsident des Unternehmensverbandes Hafen Hamburg (UVHH). Der Senat solle rechtsverbindlich erklären, dass wegen Olympia nicht die Haushaltsmittel für den Hafen gekürzt werden, forderte Bonz. Die Hafenunternehmen fordern außerdem, dass der Baustellenverkehr überwiegend über den Wasserweg erfolgen soll. Als Vorbild dafür nannte Bonz die umfangreichen Bauarbeiten in Berlin nach dem Fall der Mauer. Weil die Hamburger Pläne den Neubau eines Olympiastadions auf der Elbinsel Kleiner Grasbrook vorsehen, müssten die dort ansässigen Hafenunternehmen zudem Ersatzflächen zur Verfügung gestellt bekommen. Die vorgesehene Nachnutzung des Olympia-Geländes stößt bei den Unternehmen auf Skepsis: Die geplanten Wohngebiete lägen nach dem aktuellen Stand zu nah an Hafenbetrieben, die rund um die Uhr arbeiteten. Das berge Konfliktpotenzial.

Der Deutsche Olympische Sportbund hatte am Dienstag beschlossen, entweder mit Hamburg oder mit Berlin ins Rennen um die Sommerspiele 2024 oder 2028 zu gehen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen