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Hamburg : Museumsschiff „Rickmer Rickmers“ bekommt Hilfe aus Berlin

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An der „grünen Lady“ nagt der Rost: Das Hamburger Museumsschiff „Rickmer Rickmers“ muss saniert werden. Hilfe in der Not kommt nun aus dem Bundestag.

shz.de von
erstellt am 14.Nov.2014 | 18:57 Uhr

Hamburg | Hamburgs schwimmendes Wahrzeichen funkt SOS: Das Museumsschiff „Rickmers Rickmers“ muss von Grund auf saniert werden. Wind und Wetter und die vielen Jahre haben vor allem dem stählernen Rumpf des 1896 in Bremerhaven gebauten Frachtseglers zugesetzt.

Hilfe in der Not kommt nun ausgerechnet aus Berlin. Der Haushaltsausschuss des Bundestages hat eine Unterstützung von 1,9 Millionen Euro bewilligt, um den Dreimaster auf Vordermann zu bringen. Das haben in einer großen Koalition die Hamburger Bundestagsabgeordneten Rüdiger Kruse (CDU) und Johannes Kahrs (SPD) erreicht. Kahrs: „Es zeigt sich, dass man keine neuen Schulden machen muss, um die Kultur zu stärken. Schwarz-Rot funktioniert gut – auch für Hamburg.“

Der fast 100 Meter lange Windjammer liegt seit 1987 an den Landungsbrücken und gewährt dort als Museumsschiff Einblicke in eine längst vergangene Epoche des Seeverkehrs. Obwohl eine „gebürtige“ Bremerhavenerin, haben die Hamburger die „Rickmer Rickmers“ als „grüne Lady“ in ihr Herz geschlossen. Der Schiffsrumpf ist leuchtend Grün gestrichen, unterhalb der Wasserlinie ist die Lady rot, dazwischen liegt ein dünner weißer Streifen – zusammen die Farben Helgolands, wo der Rickmers-Clan seinen Ursprung hat.

Unter dem Anstrich freilich ist der Veteran in keinem guten Zustand. Am stählernen Unterwasserschiff nagt der Rost, die hölzernen Decksplanken sind morsch, die Bullaugen brauchen neue Dichtungen, und auch das Blattgold der Schnitzereien blättert. Dazu müssen sämtliche Aufbauten und Masten überholt werden. Die Arbeiten sollen im kommenden Jahr die Werft Blohm + Voss ausführen, wozu die alte Dame lediglich auf die andere Elbseite verholt werden muss.

Das Museumsschiff finanzierte sich bisher ausschließlich aus Spenden und Eintrittsgeld. Für die nun fällige ganz große Reparatur reichen diese Einnahmen jedoch nicht aus. Entsprechend erleichtert reagiert Joachim Stratenschulte, Geschäftsführer der „Stiftung Rickmer Rickmers“, auf die frohe Kunde aus Berlin: „Ein einmaliger Glücksfall.“

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