Eurogate-Terminal im Hafen Waltershof : „MSC Zoe“: Größtes Containerschiff wird in Hamburg getauft

MSC Zoe, das größte Containerschiff der Welt, läuft in den Hamburger Hafen ein.
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MSC Zoe, das größte Containerschiff der Welt, läuft in den Hamburger Hafen ein.

Am Sonntag ist ein aufregender Tag für die kleine Zoe Vago: Die Vierjährige tauft das größte Schiff der Welt auf ihren eigenen Namen. Sie darf das, weil ihrem Opa die zweitgrößte Reederei der Welt gehört.

shz.de von
31. Juli 2015, 06:57 Uhr

Hamburg | Das größte Containerschiff der Welt hat am Samstag im Hamburger Hafen angelegt. Nach einem Wendemanöver auf der Elbe bugsierten Schlepper die 395 Meter lange „MSC Zoe“ in den Waltershofer Hafen, wo sie am Containerterminal von Eurogate festmachte. Bei schönstem Sommerwetter verfolgten Hunderte Schaulustige die Ankunft des Schiffs an der Elbe oder fuhren dem Frachter auf Barkassen und Booten entgegen. Bei der Ankunft spielten die Schiffshörner die Melodie des Films „Star Wars“.

Die „MSC Zoe“ ist das dritte in einer Serie von 20 Schiffen mit einer Tragfähigkeit von 19.224 Standardcontainern (TEU), die auf der koreanischen Daewoo-Werft für die Reederei MSC (Mediterranean Shipping Company) gebaut werden. Das Containerschiff hatte auf seiner Jungfernreise aus Asien zuletzt in Antwerpen angelegt. Es führt die Flagge Panamas und wird künftig zwischen Asien und Europa eingesetzt. In Hamburg sollten 4800 Container umgeschlagen werden.

Am Sonntag wird der Frachter von der vierjährigen Zoe Vago auf ihren Namen getauft. Sie ist eine Enkelin von Gianluigi Aponte, dem Gründer und Vorstandsvorsitzenden der Unternehmensgruppe MSC. Die ersten beiden Schiffe der Olympic-Klasse tragen die Namen zweier anderer Aponte-Enkel, Oscar und Oliver. Das vierte Enkelkind Maya hat noch kein Schiff mit dem eigenen Namen.

Taufpatin Zoe ist die Tochter von Alexa Aponte Vago, die in der Unternehmensgruppe die Position als Finanzchefin einnimmt. Sie ist verheiratet mit Pierfrancesco Vago, der wiederum die Kreuzfahrtsparte führt. Der Italiener Gianluigi Aponte ist mit einer Schweizerin verheiratet und hat deshalb die Zentrale des Unternehmens in Genf angesiedelt, was dem Alpenland zu einer starken maritimen Position verhilft. In der Rangliste der größten Containerschiffsflotten der Welt nimmt die Schweiz Rang fünf ein. Als Familienunternehmen gibt sich MSC überaus schweigsam, wenn es um Umsätze und Gewinne geht.

Das Bündnis „Lebendige Tideelbe“, ein Zusammenschluss des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND), des Deutschen Naturschutzbundes (NABU) und des World Wide Fund for Nature (WWF), kritisiert die Taufe des Mega-Schiffes auf der Elbe. „Man versucht mit der Brechstange zu demonstrieren, dass der Hamburger Hafen trotz unüberwindbarer Beschränkungen auch zukünftig mit Mega-Containerschiffen angefahren werden kann. Restriktionen wie enge Zeitfenster für Wendemanöver werden dabei genauso ausgeblendet wie nachweislich steigende Havarie-Risiken“, kritisiert Manfred Braasch vom BUND Hamburg. Die Gefahr einer Havarie zu ignorieren und der Öffentlichkeit zu verschweigen, sei aus Sicht der Verbände fahrlässig. Das Risiko für Unfälle würde eher steigen als abnehmen, sollte die geplante Elbvertiefung künftig noch mehr Containerriesen nach Hamburg bringen, meint das Bündnis.

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