Hamburg : Mordversuch an Mädchen vor 38 Jahren: Gericht hebt Haftbefehl auf

Ein Zeuge verwickelte sich in Widersprüche. Er war wohl auf die ausgelobte Belohnung aus.

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21. September 2018, 13:17 Uhr

Hamburg | Im Prozess um den Mordversuch an einer Jugendlichen vor fast 38 Jahren hat es eine spektakuläre Wende gegeben. Die Strafkammer am Landgericht hob am Freitag den Haftbefehl gegen den 54 Jahre alten Angeklagten auf.

Zuvor hatte ein Zeuge nicht sicher sagen können, dass der Angeklagte vor der Tat am 1. November 1980 ein bestimmtes Fahrtenmesser besaß. Wie sich herausstellte, hatte sich der ehemalige Schulfreund des Angeklagten bei einer ersten Vernehmung bei der Polizei zu Anfang des Jahres an nichts erinnern können. Erst die Aussicht auf eine Belohnung führte dazu, dass er ihm schon genannte Details bestätigte. Vor Gericht verwickelte sich der Zeuge in Widersprüche. Die Identifizierung des Messers ist so entscheidend, weil die damals gefundene Tatwaffe aus der Asservatenkammer verschwunden ist.

Dem Angeklagten wird vorgeworfen, in Hamburg-Steilshoop eine 16-Jährige heimtückisch mit einem Messer angegriffen zu haben. Anschließend soll er das Mädchen, das sich tot stellte, in ein Gebüsch gezerrt und versucht haben zu vergewaltigen. Die Jugendliche konnte nur durch eine Notoperation gerettet werden. Der Angeklagte bestreitet die Tat. Weil er zur Tatzeit wie das Opfer erst 16 Jahre alt war, findet der Prozess vor dem Jugendgericht statt.

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