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Ankunft von Riesen-Containerschiff : „MOL Triumph“: Schiff der Superlative kommt nach Hamburg

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Der Container-Riese ist das größte Schiff, das den Hafen je angelaufen hat. Er kann über 20.000 Container tragen.

shz.de von
erstellt am 12.Mai.2017 | 13:20 Uhr

Hamburg | Hamburg bereitet sich auf die Ankunft des größten Schiffes vor, das den Hafen jemals angelaufen hat. In der Nacht von Montag, 15. Mai, auf Dienstag, 16. Mai, soll der Containerriese „MOL Triumph“ auf seiner Jungfernfahrt die Stadt erreichen. Der Frachter ist weltweit der erste, der die Schallmauer von 20.000 TEU bei der Ladekapazität überschritten hat. Exakt 20.170 Standardboxen kann der Gigant transportieren, der Hamburg allerdings wegen der Tiefgangbeschränkungen der Elbe nur teilbeladen ansteuert. Das Schiff hat einen Tiefgang von 16 Metern.

Aller Kritik der Häfen zum Trotz ist das Größenwachstum der Containerfrachter ungebrochen, worunter Hamburg besonders stark leidet. Für Deutschlands größten Seehafen ist dessen Lage gut 100 Kilometer von der Nordsee entfernt ein schwer auszugleichender natürlicher Nachteil. 

Auch im inneren Hafen bringt der Mega-Carrier die Nautiker an Grenzen. So kann die „MOL Triumph“ den modernsten Terminal in Altenwerder nicht anlaufen, weil auf dem Weg dorthin die Köhlbrandbrücke zu passieren ist. Das Bauwerk ist mittlerweile jedoch zu niedrig für die größten der großen Ozeanriesen. Die „Triumph“ wird daher am Liegeplatz 1 des HHLA-Terminals Burchardkai abgefertigt.

Hintergrund: Was bedeutet „TEU“?

TEU bedeutet Twenty Foot Equivalent Unit und entspricht der Anzahl von gut sechs Meter langen 20-Fuß-Containern, die geladen werden können. Es ist eine international standardisierte Einheit zur Zählung von ISO-Containern (Standardcontainern).

 

Dagegen stellen die Abmessungen von 400 Metern Länge und 58,80 Metern Breite keinen Rekord für Hamburg dar, sie wurden bereits von Schiffen der 19.000-TEU-Kategorie erreicht. Auch eine Simulation am Computer ist diesmal nicht nötig. Nach Angaben von Hafenkapitän Jörg Pollmann lässt sich das Anlaufmanöver der „MOL Triumph“ anhand schon bekannter Daten bewerkstelligen.

Als der Frachter Ende März von der südkoreanischen Werft Samsung Heavy Industries an die japanische Reederei Mitsui O.S.K. Lines (MOL) ausgeliefert wurde, durfte er sich noch mit dem Superlativ als weltgrößtes Containerschiff schmücken. Doch Ende April wurde er von der „Madrid Maersk“ überflügelt (20.568 TEU) - die den Titel ihrerseits bereits in wenigen Wochen an die „OOCL Hong Kong“ abgeben muss, die 21.100 TEU tragen kann.

Schadstoff-Ausstoß: Container- und Kreuzfahrtschiffe in der Kritik

Container- und Kreuzfahrtschiffe stoßen gesundheitsschädliche Schadstoffe wie Kohlendioxid (CO2), Schwefeloxide (SOx) und Stickoxide (NOx) aus. Nach Zahlen der jüngsten Treibhausgas-Studie der Internationalen Seeschifffahrts-Organisation lagen zwischen 2007 und 2012 die CO2-Emissionen der internationalen Schifffahrt jährlich bei etwa 850 Millionen Tonnen. Das entsprach rund 2,5 Prozent der weltweiten Ausstöße. Hinzu kamen pro Jahr 21 Millionen Tonnen NOx und etwa elf Millionen Tonnen SOx. Der Flugverkehr bringt jährlich nach Angaben von Luftfahrtverbänden bis zu 780 Millionen Tonnen CO2 in die Luft. Der Ausstoß im Straßenverkehr ist noch um ein Vielfaches höher.

Die Größe der Containerschiffe hat sich in den vergangenen Jahren enorm entwickelt. Vor 25 Jahren reichten 4442 Container für den Spitzenplatz. Übertroffen werden die Containerriesen von heute von einigen Supertankern der Vergangenheit. So wurde 1980 der Tanker „Porthos“ um 81 Meter verlängert und erreichte damit rund 458 Meter Länge. Das ist Rekord bis heute. Das Schiff war so groß, dass es viele wichtige Häfen und Wasserstraßen nicht nutzen konnte. In den Jahren vor seiner Verschrottung 2010 diente es als Rohölzwischenlager.

Das größte Passagierschiff ist die „Harmony of the Seas“ mit 362 Metern Länge und Platz für mehr als 6000 Passagiere und 2000 Besatzungsmitglieder. Die größten Kriegsschiffe sind die nuklear angetriebenen US-Flugzeugträger der „Nimitz“-Klasse, deren Flugdeck knapp 333 Meter lang ist.

Die „MOL Triumph“ befindet sich derzeit in Southampton (England). Der genaue Zeitpunkt der Ankunft in Hamburg steht noch nicht fest, vermutlich wird diese aber bei Dunkelheit stattfinden. Nach jetziger Planung soll der Riese den Hafen am 15. Mai zwischen 22 und 24 Uhr erreichen. Beim Verlassen kommen Kiebitze am Elbufer dann schon eher auf ihre Kosten. Das Ablegen ist für Donnerstag, 18. Mai, um 17 Uhr vorgesehen.

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