Video aus Hamburg : Möglicher Brandanschlag auf Polizei - Vier Transporter in Flammen

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Vier Polizeitransporter wurden durch das Feuer zerstört.

Die Autos brannten vor einer Polizeiwache in Eimsbüttel. Es gibt Kritik am Sicherheitskonzept zum G20-Gipfel.

shz.de von
27. März 2017, 07:00 Uhr

Hamburg | Möglicher Brandanschlag auf Polizeiautos in Hamburg: Sechs Polizeiautos sind bei einem Brand in der Nacht zum Montag in Hamburg schwer beschädigt worden, vier von ihnen brannten komplett aus. Die Einsatzwagen standen auf dem Parkplatz einer Polizeidienststelle im Stadtteil Eimsbüttel. Es werde untersucht, ob es sich mit Blick auf den bevorstehenden G20-Gipfel um eine politisch motivierte Brandstiftung handele, hieß es bei der Polizei.

Gegen 02.30 Uhr habe es einen lauten Knall gegeben, sagt eine Polizistin. Dann brannten die Mannschaftstransporter lichterloh. Auch zwei Funkstreifenwagen wurden durch das Feuer beschädigt. Schaden entstand auch an der Grundstücksmauer und mehreren Fenstern des Dienstgebäudes. In unmittelbarer Nähre wurde von Polizisten eine Leiter gefunden, mit der sich die unbekannten Täter Zutritt zu dem Gelände verschafft haben könnten. Die Schadenssumme durch den Brand steht bislang noch nicht fest. Menschen wurden nicht verletzt. Der Staatsschutz übernahm die Ermittlungen. Die Polizei bat mögliche Zeugen um Hinweise.

Erst am 17. März war ein zum Schutz von Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) abgestellter Mannschaftswagen der Polizei in Altona-Altstadt völlig ausgebrannt. Kurz zuvor war bereits im Stadtteil Winterhude ein Wagen der Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Flammen aufgegangen.

Im Internet hatten sich Unbekannte anonym unter der Überschrift „In Hamburg sagt man tschüss - auch zu Bullenkarren“ zu den Anschlägen bekannt. Der Staatsschutz ermittelt. Anfang Juli treffen sich in Hamburg beim G20-Gipfel Staats- und Regierungschefs aus Industrie- und Schwellenländern.

Die neuerliche Brandstiftung, auch wenn sich zunächst niemand dazu bekannte, sorgte in Hamburg für Diskussion um die Sicherheit.

„Es dürfte sich hier um einen erneuten feigen und kriminellen Angriff im Vorfeld des G20-Einsatzes handeln“, erklärte der Landesvorsitzende der GdP, Gerhard Kirsch. Er warnte zugleich vor jeder Art von Panikmache, auch mit Blick auf ein internes Lagepapier der Polizei, über das NDR 90,3 am Montag berichtete. Demnach stellt sich die Hamburger Polizei beim G20-Gipfel offenbar auf die schlimmsten Krawalle ein, die es je in der Hansestadt gab. Sie rechne mit mindestens 4000 gewaltbereiten Personen und Angriffen auf wichtige Infrastruktur wie Blockaden von Hafen und Elbtunnel.

„Das sind eher Fantastereien und Wunschdenken der linksautonomen Szene“, sagte der Vorsitzende der Polizeigewerkschaft Joachim Lenders dazu. Gerade im Objektschutz stoße die Polizei aber an personelle Grenzen. Zudem gebe es zu wenig Diensthunde. Die Gefangenensammelstelle in Harburg werde mit Hilfe von Vierbeinern bewacht. „Uns fehlen dauerhaft Hunde“, sagte Lenders. Er forderte außerdem mehr Personal vor allem für die zivile Aufklärung.

Die CDU-Bürgerschaftsfraktion verurteilte die Brandanschläge aufs Schärfste. „Der Erste Bürgermeister und der Innensenator tragen die Verantwortung dafür, dass Hamburg nicht nur während des Gipfels sicher ist, sondern auch in den Wochen davor“, betonte der innenpolitische Sprecher der CDU-Fraktion Dennis Gladiator.

Sein Kollege von der FDP, Carl Jarchow, rief alle demokratischen Kräfte auf, sich von diesen Attacken auf den Staatsapparat zu distanzieren. Die Anschläge zeigten die Taktik der militanten G20-Gegner, aber auch, dass sie den rot-grünen Senat absolut unvorbereitet träfen. „Dieses Versäumnis muss Innensenator Andy Grote umgehend beseitigen, damit im Juli keine Chaostage drohen.“ Der SPD-Senator hatte erst kürzlich erklärt: „Die Hamburger Polizei ist bestens vorbereitet und wird für die Sicherheit der Bürger, Besucher und Gipfel-Teilnehmer in der Stadt sorgen.“

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