Ikea-Konkurrent : Möbelhauskette Mömax kommt nach Hamburg

Eine Mömax-Filiale in Karlsruhe.

Eine Mömax-Filiale in Karlsruhe.

Trotz des Trends zu steigenden Möbelkäufen im Internet expandiert die Kette auch in den Norden.

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21. September 2018, 14:08 Uhr

Hamburg | Der Möbeldiscounter Mömax plant eine Filiale in Hamburg. Das teilte das Unternehmen mit. Bislang steht das nächste Möbelhaus der zur österreichischen XXXLutz Gruppe gehörenden Kette in Hannover, ein weiteres in Wolfsburg. Insgesamt 41 Filialen gibt es in Deutschland. Neben Hamburg wird 2018 noch in Halle (Sachsen-Anhalt) ein Geschäft eröffnet.  

Im Spätwinter 2014 hatte die Mömax-Mutter XXXLutz nach einem Bericht des „Hamburger Abendblatts“ drei ehemalige Max-Bahr-Baumärkte aus der Insolvenzmasse des Hamburger Traditionsunternehmens gekauft. In Osdorf, in Bergedorf und an der Buxtehuder Straße in Harburg. Dort laufen derzeit die Um- und Ausbauarbeiten. Zwar verrät die Fassade bereits, wer dort bald einzieht. Ein genauer Eröffnungstermin steht aber laut Bericht noch nicht fest.

Das Unternehmen ging im Oktober 2002 an den Start. Heute, 16 Jahre später, betreibt Mömax insgesamt 70 Standorte in Österreich, Deutschland, Slowenien, Ungarn, Rumänien und Kroatien. Jedes Möbelhaus präsentiert auf 6000 bis 12.000 Quadratmetern „modernes Wohnen zu günstigen Preisen“. Auf diesem Expansionskurs stößt der Möbeldiscounter nun bis an die Elbe vor.

Der neue Markt in Hamburg soll über eine Fläche von 6000 Quadratmetern verfügen. Mömax gilt als direkter Rivale von Ikea. Preise und Konzept sind vergleichbar, ebenso die Zielgruppe. Mömax beschreibt sich mit den Worten modern, trendig, abwechslungsreich und vielfältig. „Inspirierende Wohnideen finden sich direkt in der Mömax-Filiale in Kundennähe als Raumlösungen mit Zeitgeist ausgestellt“, heißt es auf der Internetseite.

Mömax sei dem heutigen Wohnverhalten angepasst, sich öfter und abwechslungsreicher einzurichten. „Das geht aber nur, wenn die Produkte sehr preisgünstig sind. Wir setzen daher nicht nur in Bezug auf den Preis neue Maßstäbe, sondern geben mit unseren Ausstellungskojen Inspirationen für das eigene Zuhause“, sagt Jens Mieke, Unternehmenssprecher bei Mömax Deutschland. Auch sonst ist vieles ähnlich zur großen Konkurrenz. Wie bei Ikea kann der Käufer entscheiden, wie viel Service er in Anspruch nimmt. 80 Prozent des Sortiments sollen auch in Harburg sofort ab Lager verfügbar sein.

Konkurrenz aus dem Internet

50 Vollzeit-Arbeitsplätze im Verkauf und im Lager werde Mömax an der Buxtehuder Straße schaffen, heißt es in dem Bericht. Mömax plant im Norden trotz der Online-Konkurrenz weiter zu expandieren. „Der Norden ist für uns eine ganz wichtige Region“, sagt Mieke.

Ikea hingegen erfindet sich derzeit neu, da auch Sessel und Kleiderschränke immer öfter im Internet gekauft werden. Online gaben die Bundesbürger nach Angaben des E-Commerce-Branchenverbandes über 20 Prozent mehr für Einrichtung aus als im Vorjahr. So wurde der Um- und Erweiterungsbau des 16 Jahre alten Ikea-Hauses in Kiel vorerst auf Eis gelegt. „Die Zeit der großen Möbel-Paläste am Stadtrand ist vorbei“, betont der neue Ikea-Deutschland-Chef Dennis Balsley im August.

Vorreiter beim Online-Möbelhandel ist der Versandhändler Otto. „Sein Marktanteil liegt um die 50 Prozent – mit steigender Tendenz“, berichtet Handelsexperte Gerrit Heinemann von der Hochschule Niederrhein. Doch auch Amazon hat es laut Fachmagazin „Möbel Kultur“ inzwischen unter die Top 10 der deutschen Möbelhändler geschafft. Der Möbelhändler Home24 hat sich jüngst mit seinem Börsengang Geld für zusätzliche Wachstumsspielräume im Internet besorgt. Und auch Westwing und Wayfair kämpfen um ein Stück vom Kuchen. Zum Vergleich: Der Umsatzanteil des Internethandels bei Ikea liegt derzeit bei 6,3 Prozent und soll mittelfristig auf 30 Prozent steigen.

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