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Urteil in Hamburg : Mitschüler im Klassenzimmer erstochen - 18-Jähriger zu fünf Jahren verurteilt

vom

Mitten im Unterricht wird ein Jugendlicher von einem Mitschüler mit einem Messer angegriffen. Der ebenfalls jugendliche Täter wird zu fünf Jahren und drei Monaten Jugendstrafe verurteilt.

shz.de von
erstellt am 10.Dez.2015 | 07:18 Uhr

Hamburg | Im Prozess um einen tödlichen Messerangriff auf einen afghanischen Schüler in Hamburg-Wilhelmsburg hat das Landgericht einen 18-Jährigen Mitschüler zu fünf Jahren und drei Monaten Jugendstrafe verurteilt. Nähere Angaben machte ein Gerichtssprecher am Donnerstag nicht.

Die Urteilsverkündung fand wie schon der gesamte Prozess unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, weil der Angeklagte zum Tatzeitpunkt minderjährig war.

Im vergangenen April hatte der damals 17 Jahre alte Junge einen gleichaltrigen Mitschüler niedergestochen und tödlich verletzt. Beide Jugendliche waren als unbegleitete Flüchtlinge aus Afghanistan gekommen und besuchten an der Nelson-Mandela-Schule einen Deutsch-Vorbereitungskurs. Das spätere Opfer war in einer Pause in den Klassenraum des Verdächtigen gegangen, um mit ihm zu reden. Nach einem Wortgefecht soll der Junge unvermittelt mit einem Küchenmesser auf seinen Mitschüler eingestochen haben. Worüber die beiden Jugendlichen stritten, blieb unklar.

Die anderen Schüler, etwa 15, flohen. Der mutmaßliche Täter blieb im Klassenraum und ließ sich später widerstandslos festnehmen. Der Jugendliche gestand die Tag, machte jedoch keine Angaben zum Motiv. Die anderen Schüler wurden von Notfallseelsorgern betreut.

Die Bluttat hatte für Entsetzen in Hamburg gesorgt. Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) war zu der Schule gefahren und hatte sich betroffen gezeigt.

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