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Hamburg-Harburg : Missbrauchsprozess: Kinder vom Spielplatz gelockt

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Mit einem Hund soll ein 63-Jähriger eine Fünfjährige von einem Hamburger Spielplatz in seine Wohnung gelockt und es dort missbraucht haben. Am Mittwoch beginnt der Prozess gegen den Mann. Nicht nur wegen dieser Tat muss er sich vor Gericht verantworten.

shz.de von
erstellt am 09.Apr.2014 | 07:36 Uhr

Hamburg | Nach schweren sexuellen Übergriffen auf ein kleines Mädchen in Hamburg-Harburg muss sich ein 63-Jähriger seit Mittwoch vor dem Landgericht verantworten. Der Angeklagte soll die damals Fünfjährige im Herbst vergangenen Jahres mit einem Hund von einem Spielplatz in der Eddelbüttelstraße gelockt und sich in seiner nur einige hundert Meter entfernten Wohnung an ihr vergangen haben.

Die Staatsanwaltschaft hat den Mann wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern, sexueller Nötigung und Körperverletzung sowie wegen Freiheitsberaubung angeklagt. Dem Beschuldigten - er sitzt in Untersuchungshaft - drohen bis zu 15 Jahre Haft.

Es war ein Samstag im November 2013: Das fünfjährige Mädchen spielt mit einer Freundin am Nachmittag auf einem nahe gelegenen Spielplatz im Phoenix-Viertel. Ihr Interesse gilt einem Hund. Dann verschwindet sie. Zunächst suchen die Mutter und Angehörige selbst nach dem Kind. Als die Suche erfolglos bleibt, ruft die Mutter gegen 21 Uhr die Polizei. Etwa 40 Polizisten unterstützen die Familie.

Schließlich kann ein Nachbar den gesuchten Mann identifizieren. Gegen 23 Uhr klingeln mehrere Anwohner an der Tür des Verdächtigen. Der bestreitet aber, dass das Mädchen in seiner Wohnung sei. Als Bernd L. wenig später aus dem Mietshaus läuft, umstellen Nachbarn ihn und rufen die Polizei. Gegen 23.35 Uhr können Polizisten den Mann festnehmen und das gefesselte Mädchen befreien. Die Fünfjährige kommt traumatisiert und mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus.

Laut Medienberichten soll sich Bernd L. den Hund zuvor bereits mehrere Male von einem Nachbarn ausgeliehen haben – angeblich, um mit dem kleinen Tier an der Seite mehr Ausgaben einer Obdachlosenzeitung verkaufen zu können. Außerdem soll er schon mehrfach in Begleitung von kleinen Mädchen gesehen worden sein. Weder Polizei noch Staatsanwaltschaft wollten sich nach der Tat dazu und zu anderen Details äußern.

Ebenfalls mit dem Hunde-Trick soll der Angeklagte bereits einige Monate zuvor - im Sommer 2013 - einen achtjährigen Jungen dazu gebracht haben, ihn in seine Wohnung zu begleiten. Dort soll er dem Kind einen Pornofilm gezeigt und ihm Alkohol zu trinken gegeben haben. Die Anklage wirft ihm vor, dann das Gesicht des Jungen gestreichelt und ihn unsittlich berührt zu haben. Der Mann ist nach Angaben der Staatsanwaltschaft nicht einschlägig vorbestraft.

Für den Prozess sind insgesamt vier Verhandlungstage bis zum 16. April geplant. Nach Verlesung der Anklage beschloss die Kammer, die Öffentlichkeit von der Hauptverhandlung auszuschließen. Das hatte die Verteidigung mit Blick auf eine mögliche Unterbringung des Angeklagten in einer psychiatrischen Einrichtung oder Entzugsanstalt beantragt. Die Nebenklage schloss sich dem Antrag an.

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