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Hinsehen statt wegschauen : Miniatur Wunderland: Mit Mini-Szenen gegen Gewalt an Frauen

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Gemeinsam mit dem bundesweiten Hilfetelefon wird an Touristenhotspots in Hamburg auf ein wichtiges Thema aufmerksam gemacht.

shz.de von
erstellt am 20.Okt.2017 | 12:08 Uhr

Hamburg | An einer Bushaltestelle bedrängen zwei Männer eine junge Frau, eine andere findet ihr Auto demoliert und mit Liebesbekundungen beschmiert vor – und das mitten in Hamburg, direkt an den Touristenhotspots der Stadt. Wer genau hinsieht, findet diese und weitere Szenen, in denen Frauen bedrängt, bedroht und verletzt werden, seit Mittwoch am Hamburger Hauptbahnhof, in der Rathausdiele und im Park Planten un Blomen.

In einer gemeinsamen Aktion mit dem bundesweiten Hilfetelefon schickt das Hamburger Miniatur Wunderland seine kleinen Bewohner in zehn Mini-Installationen hinaus in die Hansestadt, um auf ein wichtiges Thema aufmerksam zu machen, das vor dem Hintergrund der #metoo-Debatte aktueller nicht sein könnte: Gewalt gegen Frauen in ihren unterschiedlichen Ausprägungen.

Das Hamburger Miniatur Wunderland ist nicht nur größte Modelleisenbahn der Welt und eine der bedeutendsten Touristenattraktionen der Hansestadt, immer wieder nutzen die Betreiber Frederik und Gerrit Braun ihre Modellwelt auch, um zu aktuellen Debatten und politischen Themen Haltung zu zeigen. Nicht immer ernten sie dafür Zustimmung.

Unter dem Motto „Hinsehen statt wegschauen“ wollen die Initiatoren mit der Aktion dafür sensibilisieren, dass viele Frauen in den unterschiedlichsten Situationen und an verschiedensten Orten Gewalt erfahren. So zeigen einige Szenen ganz explizit wie gegen Frauen, oft im häuslichen Umfeld, die Hand erhoben wird. In anderen Installationen ist die Gewalt weniger deutlich zu erkennen. „Gerade einige Ausprägungen von Stalking oder sexueller Belästigung werden von vielen nicht ernst genommen. Dies macht es für die Betroffenen noch schwieriger,mit dem Erlebten umzugehen und sich Hilfe zu suchen“, erklärt Petra Söchting, Leiterin des Hilfetelefons „Gewalt gegen Frauen“.

Die Initiatoren rufen Passanten dazu auf, unter dem Hastag #hinsehen auch in den sozialen Netzwerken auf die Aktion aufmerksam zu machen. „Wir wollen, dass die Menschen nicht nur unsere Miniaturen ganz genau betrachten, sondern auch im echten Leben auf Gewaltsituationen achten und Betroffene damit nicht alleine lassen“, erklärt Gerrit Braun, Geschäftsführer des Miniatur Wunderlands. Die kleinen Installationen sind noch bis zum 22. Oktober an diesen Orten im Hamburger Stadtgebiet zu finden:

  • Planten un Blomen: Im Modell des Parks im Eingang Messegang  
  • Rathaus Hamburg: In der Rathausdiele
  • Hauptbahnhof Hamburg: In zwei Schaukästen auf dem Südsteg, schräg gegenüber des DB-Service
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