Ein Jahr Mietpreisbremse : Mieter in Hamburg zahlen wohl 20 Millionen Euro zu viel

Die Mietpreisbremse wirke in der Hansestadt nicht, sagt der Mieterverein. Sie werde einfach nicht beachtet.

shz.de von
30. Juni 2016, 16:53 Uhr

Hamburg | Die vor einem Jahr in Hamburg eingeführte Mietpreisbremse funktioniert nach Ansicht des Mietervereins kaum. Weil sich Vermieter einfach nicht an die Regelung hielten, hätten Mieter in der Hansestadt seit Beginn der Mietpreisbremse am 1. Juli 2015 gut 20 Millionen Euro zu viel bezahlt, sagte der Vorsitzende des Mietervereins zu Hamburg, Siegmund Chychla, am Donnerstag.

Das Wohnen in Hamburg wird immer teurer. Wohnobjekte werden von gut betuchten Bürgern zu Anlagezwecken erworben. Für den Ottonormalbürger sind viele Wohnungen etwa in angesagten Stadtvierteln fast nicht mehr zu bezahlen. Die Mietpreisbremse sollte diesen Trend stoppen.

Nach einer „konservativen“ Schätzung sei bei rund 40 Prozent aller rund 54.000 Neuvermietungen die Mietpreisbremse nicht beachtet worden. Dabei dürfen laut Gesetz die Neumieten in ganz Hamburg nur noch maximal zehn Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen. Ausnahmen gibt es für Erstvermietungen und umfassend modernisierte Wohnungen.

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