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Gegen Abschiebungen : Michel in Hamburg: Roma demonstrieren für Bleiberecht

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14 Angehörige der Minderheit sind am Mittwoch abgeschoben worden. 20 Familien haben Abschiebebscheide erhalten.

Hamburg | Eine Gruppe von Roma hat sich am Donnerstag im Hamburger Michel zu einem Protest gegen Abschiebungen versammelt. Die rund 40 Roma - Erwachsene und Kinder - forderten ein Bleiberecht für ihre Familien in Deutschland, sagte ein Sprecher der Gruppe. 14 Angehörige der Minderheit seien bereits am Mittwoch aus Hamburg abgeschoben worden. „Wir werden so lange bleiben, bis wir ein Bleiberecht bekommen.“

Die Gemeinde lud Vertreter der Gruppe dann zu einem Gespräch ein. Als Bedingung dafür entfernten die Demonstranten Transparente vom Kirchengebäude. An dem Gespräch im Gemeindehaus nahmen mehrere Roma und ihre Unterstützer sowie Hauptpastor Alexander Röder und zwei weitere Pfarrer teil. Unter den Roma in der Kirche waren Frauen und Männer verschiedenen Alters sowie etwa zehn Kinder. Einige hatten Koffer oder Tüten dabei. Als Unterstützer zwei große Töpfe mit warmen Essen in die Kirche bringen wollten, wurden sie von einem Mitarbeiter des Michel gestoppt. Er bot an, das Essen im Gemeindehaus verteilen zu lassen.

In einer Mitteilung der „Vereinigten Roma Hamburg“ hieß es, mehr als 20 Familien hätten von der Ausländerbehörde einen Bescheid für ihre Abschiebung nach Serbien, Mazedonien, Bosnien-Herzegowina und in den Kosovo innerhalb der nächsten Woche erhalten. Diese Staaten seien keine sicheren Herkunftsländer, hieß es in der Erklärung weiter. Roma hätten dort unter Rassismus der Bevölkerungsmehrheit und staatlicher Stellen zu leiden. Vor allem für Kinder und alte Menschen sei die Ausgrenzung lebensbedrohlich.

Mit der Asylrechtsreform im vergangenen Jahr waren Serbien, Mazedonien und Bosnien-Herzegowina zu sicheren Herkunftsstaaten erklärt worden. Abgelehnte Asylbewerber aus den drei Balkanstaaten - das sind vor allem Roma - können damit schneller abgeschoben werden.

Angesichts hoher Zahlen an Asylbewerbern aus dem Kosovo, Albanien und Montenegro will die große Koalition in Berlin die Liste um diese Staaten erweitern. Die EU-Kommission will vorschlagen, die westlichen Balkanländer EU-weit zu sicheren Herkunftsstaaten zu erklären.

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erstellt am 17.Sep.2015 | 18:22 Uhr

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