zur Navigation springen

Prozess in Hamburg : Messerstiche auf Ex-Freundin: 34-Jähriger schuldfähig

vom

Die Frau überlebte die Attacke in Hamburg nur knapp. Im Prozess nahm ein Gutachter Stellung zur Psyche des Angeklagten.

shz.de von
erstellt am 27.Aug.2014 | 15:04 Uhr

Hamburg | Ein 34-Jähriger, der seine Ex-Freundin mit zahlreichen Messerstichen beinahe getötet hat, ist nach Ansicht eines Gutachters im Hamburger Landgericht voll schuldfähig. „Aufgrund des Tathergangs sehe ich keine Hinweise auf eine tiefgreifende Bewusstseinsstörung“, erklärte der Psychiater am Mittwoch. Eine Schuldunfähigkeit wäre nach dieser Einschätzung nicht gegeben.

Der 34-Jährige steht seit Juli wegen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung vor Gericht. Er hatte beim Prozessauftakt gestanden, der 27-Jährigen in ihrem Badezimmer mindestens 20 wuchtige Stiche versetzt zu haben. Nur mit einer Notoperation überlebte die Frau. Ihr siebenjähriger Sohn musste die Bluttat zwar nicht mit ansehen, konnte im Kinderzimmer jedoch alles hören und sah seine Mutter anschließend blutüberströmt. Beide leiden bis heute unter den Folgen der Tat.

Der 34-Jährige und seine Ex-Freundin waren etwa zwei Jahre ein Paar, es war nach Angaben von Täter und Opfer jedoch immer wieder zu Streit und kurzfristigen Trennungen gekommen. Kurz vor der Tat hatte die Frau die Beziehung endgültig beendet. Mitte Januar suchte der Angeklagte die Frau dann in ihrer Wohnung auf, um mit ihr „ein letztes Klärungsgespräch zu führen“, wie er im Prozess sagte. Im Flur bekniete er sie und bat um eine zweite Chance. Doch die Frau weigerte sich. Als sie gerade auf der Toilette saß, ging er mit einem Messer auf sie los. Anschließend fuhr er in seine Wohnung und unternahm dort einen Suizidversuch.

Der bullig wirkende Mann mit raspelkurzem Haar wird in dem Gutachten als labiler, isolierter, zu Depressionen neigender Mensch beschrieben, dessen Leben „nicht allzu positiv“ verlaufen sei. Der 34-Jährige sitzt derzeit in Untersuchungshaft, wird allerdings in einer psychiatrischen Klinik betreut. Die Plädoyers von Staatsanwaltschaft und Verteidigung werden für Freitag erwartet.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert