Prozess in Hamburg : Messerangriff auf christlichen Algerier – 30-Jähriger vor Gericht

Das Amtsgericht in Hamburg-Harburg. /Archiv
Das Amtsgericht in Hamburg-Harburg. /Archiv

Der Angeklagte hätte den 39-Jährigen getötet, bestätigte ein Zeuge auf Nachfrage der Richterin.

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16. Oktober 2018, 14:32 Uhr

Hamburg | Vor dem Amtsgericht Hamburg hat am Dienstag ein Prozess um einen angeblich religiös motivierten Messerangriff auf einen christlichen Algerier begonnen. Angeklagt ist ein 30 Jahre alter Landsmann. Der Asylbewerber soll am 13. Mai den Christen in einem Bus im Stadtteil Poppenbüttel getroffen, ihn beschimpft und gleich nach dem Aussteigen an einer Haltestelle attackiert haben. Das 39-jährige Opfer erlitt mehrere Schnittwunden im Gesicht.

„Hätten wir die beiden nicht getrennt, wäre einer tot gewesen“, sagte ein Zeuge. Der Angeklagte hätte den 39-Jährigen getötet, bestätigte der Zeuge auf Nachfrage der Richterin.

Der mutmaßliche Täter und das Opfer kannten sich von einer früheren Auseinandersetzung in einer Flüchtlingsunterkunft im Stadtteil Langenhorn, wo sie kurze Zeit gemeinsam wohnten. Der 30-Jährige soll den älteren Landsmann am 27. April 2017 mit einer abgebrochenen Flasche bedroht haben. Der 39-Jährige sagte als Zeuge, der Angeklagte habe zuvor beim Duschen seine Halskette mit einem Kreuz bemerkt. „Du bist ungläubig!“, habe der Angeklagte gesagt und gedroht, ihn umzubringen.

Er sei daraufhin nach Schweden gegangen, berichtete der bedrohte Algerier, der von Beruf IT-Berater ist. Nach einem halben Jahr habe er nach Deutschland zurückkehren müssen. Am 13. Mai 2018 sei er dem Angeklagten zufällig im Bus in Poppenbüttel wiederbegegnet. Die Anklage lautet auf Bedrohung und gefährliche Körperverletzung. Das Urteil will das Gericht am 24. Oktober verkünden.

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