Großeinsatz der Polizei : Zweite Krawallnacht in Hamburg-Altona

Randale in Hamburg-Altona: Mehr als 100 Polizisten versuchten, die Lage in den Griff zu bekommen. Foto: dpa
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Randale in Hamburg-Altona: Mehr als 100 Polizisten versuchten, die Lage in den Griff zu bekommen. Foto: dpa

Feuerwerkskörper und fliegende Steine - "Man wollte es drauf ankommen lassen", sagt ein Sprecher der Hamburger Polizei. In der Nacht zu Samstag haben 150 Menschen randaliert.

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14. Juli 2013, 01:52 Uhr

Hamburg | Randalierer haben sich in der Nacht zum Samstag in Hamburg-Altona erneut eine Auseinandersetzung mit der Polizei geliefert. Bis zu 150 Menschen hätten sich diesmal gegen die Beamten solidarisiert, teilte ein Sprecher der Polizei mit. Es sei zum Widerstand gegen die Polizei gekommen, sagte er weiter. Ein Mann, der Steine auf Beamte warf, wurde festgenommen. Zuvor soll die Polizei durch das Zünden von Feuerwerkskörpern in einem Hinterhof zu dem Einsatz provoziert worden sein. Konkrete Motive für die Randale seien nicht bekannt. "Man wollte es drauf ankommen lassen", sagte der Sprecher.
Mehr als hundert Polizisten waren vor Ort. Zudem standen ganz in der Nähe zeitweise drei Autos in Flammen, von bislang unbekannten Tätern angezündet. Ein Wagen brannte vollständig aus, ein weiterer wurde durch die Flammen beschädigt, teilte die Polizei mit. Wenig später brannten auch die Reifen eines Autos, das einige Straßen weiter geparkt war. Als die Ermittler dort eintrafen, seien sie von etwa 40 jungen Menschen mit Steinen beworfen worden, sagte ein Polizeisprecher. Verletzt wurde niemand. Ein 21-jähriger Steinewerfer wurde vorläufig festgenommen. Ein Zusammenhang zwischen den Autobränden und den Ausschreitungen könne nicht ausgeschlossen werden, sagte der Sprecher.

Verstärkte Polizeipräsenz angekündigt

Um weiteren Auseinandersetzungen vorzubeugen, kündigte die Polizei für die Nacht zum Sonntag "Spezialmaßnahmen" an. Das bedeute vor allem eine verstärkte Polizeipräsenz. Mehr wollten die Ermittler dazu nicht sagen. Die Ereignisse von Samstagnacht stehen offenbar in direkter Verbindung zu Ausschreitungen in Hamburg-Altona am Tag davor, bei denen insgesamt 16 Menschen im Alter von 17 bis 26 Jahren vorläufig festgenommen wurden. Ein Jugendlicher erlitt hierbei Augenreizungen nach dem Einsatz von Pfefferspray der Polizei, ein weiterer wurde mit Kreislaufproblemen ins Krankenhaus gebracht. An beiden Tagen hatten die Randalierer laut Polizei Autofahrer mit Laserpointern geblendet sowie Beamte bedroht und angegriffen.
Die Polizei bestätigte einen Bericht, wonach in der Nacht zum Freitag über das Internet aufgerufen wurde, "es der Polizei zu zeigen". Zu dem Treffpunkt seien aber nur 15 junge Leute gekommen. Aktuelle Internet-Aufrufe seien nicht bekannt.

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