Raub in Hamburg : Zwei Überfälle von falschen Paketzustellern

Paketbote ist nicht gleich Paketbote – die Polizei rät zur Vorsicht an der Wohnungstür.
Paketbote ist nicht gleich Paketbote – die Polizei rät zur Vorsicht an der Wohnungstür.

Immer mehr Menschen kaufen im Internet und lassen sich die Waren nach Hause liefern. In Hamburg gaben sich Räuber als Lieferanten aus und schlugen gleich zweimal zu. Wie kann man sich schützen?

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22. Dezember 2014, 15:47 Uhr

Hamburg | Nach zwei Raubüberfällen durch falsche Paketzusteller prüft die Hamburger Polizei einen Zusammenhang zwischen den beiden Taten vom Wochenende. „Der Modus Operandi ist schon sehr ähnlich“, sagte ein Polizeisprecher am Montag. Auch die Tatorte und -zeit lägen eng beieinander. Kurz vor Weihnachten mahnte die Polizei zu erhöhter Vorsicht bei der Annahme von Paketen.

Am Freitagmorgen hatten zwei Männer an der Tür eines 53-Jährigen in Hamburg-Harvestehude geklingelt und eine Lieferung angekündigt. Als der Mann öffnete, schlugen sie ihn bewusstlos und raubten Bargeld, Schmuck und Uhren im vierstelligen Wert. Am Samstagnachmittag überfielen zwei als Paketzusteller verkleidete Männer einen 66 Jahre alten Mann in seiner Wohnung. Sie erbeuteten ein Portemonnaie mit Kreditkarten und mehreren hundert Euro Bargeld.

Die Kriminalpolizeiliche Beratungsstelle riet zur Vorsicht, wenn Verdächtige an der Wohnungstür klingeln. Man sollte zunächst durch den Türspion oder über eine Videoanlage prüfen, ob ein Lieferant auch tatsächlich eine Uniform trage. Wer die Straße einsehen könne, sollte sich vergewissern, dass tatsächlich ein Lieferfahrzeug gehalten habe. Wenn eine zweite Person zu Hause sei, sollte diese dazugeholt werden. Manchmal könne schon die Frage nach einem Ausweis einen Räuber aus dem Konzept bringen.

Man sollte auch überlegen, ob man überhaupt etwas bestellt habe. Allerdings kann das Paket auch für Nachbarn bestimmt sein. „Da können wir nicht einen wirklich guten Rat geben“, sagte der stellvertretende Leiter der Hamburger Beratungsstelle, Rainer Marin.

 Am besten seien bauliche Veränderungen. Ein Querriegel an der Tür, kombiniert mit einem Sperrbügel, erlaube, dass die Tür nur einen Spaltbreit geöffnet werde und biete guten Schutz. „Dann sind Sie vor einem Schulterwurf ziemlich sicher“, sagte Marin. Der Bote könne auch sein elektronisches Gerät zum Quittieren durch den Spalt reichen. Die Lieferung selbst sollte er dann vor der Tür ablegen. Eine einfache Türkette sei dagegen leicht aufzubrechen. Wer etwas Verdächtiges bemerke, sollte in jedem Fall die Polizei über die Nummer 110 verständigen.

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