U- und S-Bahnhöfe : Zurück zu mehr Sicherheit

Hamburgs "Geisterbahnhöfe" sollen durch eine Aufstockung des Personals wiederbelebt werden.

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31. März 2011, 07:55 Uhr

Hamburg | Hamburgs neuer Innensenator Michael Neumann (SPD) will die Schnellbahnen in und um Hamburg deutlich sicherer machen. Dafür will er die zumeist verwaisten U- und S-Bahnhöfe im Hamburger Verkehrsverbund (HVV) wieder mit Personal besetzen. Die Erhöhung der Sicherheit in U- und S-Bahnen dürfe sich nicht allein auf technische Mittel wie Videoüberwachung stützen. "Man braucht auch Menschen vor Ort, eine Kamera kann nicht eingreifen", betonte Neumann: Mit den "Geisterbahnhöfen" müsse möglichst schnell Schluss sein.
Zusätzliches Service- und Sicherheitspersonal soll bei Gefahr die Polizei alarmieren, das Sicherheitsgefühl der Fahrgäste erhöhen und als Ansprechpartner zur Verfügung stehen. Schon in den nächsten Tagen will der Senator mit Hochbahn und S-Bahn über die Umsetzung sprechen. Dabei wird es um die Frage gehen, wie eine Wiederbelebung der Bahnhöfe praktisch organisiert werden kann. "In den Gesprächen mit den Verkehrsgesellschaften sind noch viele Einzelheiten zu klären", sagte der Sprecher der Innenbehörde, Frank Reschreiter.
Wie können die Millionenkosten bewältigt werden?
In jedem Falle möchte Neumann das Rad der Geschichte im HVV ein Stück zurückdrehen. Seit den 90er Jahren hatten Hochbahn und S-Bahn aus Kostengründen die Überwachung des Zugverkehrs automatisiert. Auf den meisten Stationen gibt es inzwischen kein Servicepersonal mehr. Die Abfertigung der Wagen erfolgt durch den Zugführer, die Überwachung via Kameras und Lautsprechern aus der fernen Leitstelle. Offen ist unter anderem, ob alle Stationen zusätzliches Personal erhalten und für wie viele Stunden am Tag dies eingesetzt wird. Völlig unklar ist auch, wie die Mehrkosten in Millionenhöhe zu bewältigen sind. Noch zu Oppositionszeiten hatte die SPD vorgeschlagen, dafür den Einsatz von Arbeitsmarktmitteln zu prüfen.
Das damalige SPD-Konzept "Bahnsteigkante", an dem sich der Innensenator jetzt orientiert, sah auch vor, dass höhere Sicherheit nicht an der Landesgrenze Halt macht. So hieß es darin unter anderem, Videoüberwachung solle es in allen Verkehrsmitteln des HVV geben. Überdies wollten die Sozialdemokraten auch einpendelnde Regionalzüge sowie Regionalbahnhöfe mit Kameras nachrüsten. Credo des Konzepts: "Im gesamten HVV muss es einen gleich hohen Sicherheitsstandard geben." Vor allem im Bereich der S-Bahn sah die SPD Nachholbedarf.
Schnell umsetzen will Neumann noch eine andere SPD-Forderung: "Wir brauchen möglichst bald ein konsequentes Alkohol- und Waffenverbot im HVV."
(mlo, shz)

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