Zu teuer: Pinneberg baut Sitzbänke ab

Stadtverwaltung will dadurch 600 Euro im Jahr sparen / Seniorenbeirat sauer

shz.de von
16. Juni 2014, 19:14 Uhr

Kleinvieh macht auch Mist: Nach diesem Prinzip scheint die Stadtverwaltung in Pinneberg vorzugehen. Denn für Einsparungen in Höhe von 600 Euro im Jahr will sie jetzt auf zehn Sitzbänke im Stadtgebiet verzichten. Dem Seniorenbeirat gefällt das gar nicht.

Begründet wird die Maßnahme mit der notwendigen Konsolidierung des Haushalts. Nun sollen die Bänke dran glauben. Bauamtschef Klaus Stieghorst wiegelt aber ab. Es seien bisher lediglich zwei marode Bänke nicht wieder ersetzt worden. Zwei weitere seien nach Beschwerden von Bürgern wieder aufgestellt worden. Acht sollen noch entfernt werden. Allerdings nur solche, „die nicht genutzt werden“.

Woher das Bauamt diese Informationen bekommen will, bleibt rätselhaft. Dass dies schwierig zu beurteilen ist, gibt auch Stieghorst zu. So würden erst einmal einige kaputte Bänke nicht ersetzt – zumindest so lange, bis sich mehrere Bürger beschweren.

Den Seniorenbeirat hat die Sparmaßnahme der Kommune völlig überrascht. Claus Dieter Westphal, Vorsitzender des Gremiums, ist dementsprechend sauer: „Ich bin enttäuscht und verärgert.“ Die Stadt habe eine Informationspflicht, der sie in diesem Fall nicht nachgekommen sei. „Der Seniorenbeirat hätte an der Entscheidung beteiligt werden müssen“, stellt er klar. Die Verwaltung habe sich wohl gedacht, bei den „Peanuts“ sei das nicht notwendig, mutmaßt Westphal. Sitzbänke abzubauen, hält er für falsch. „Wir werden schon jetzt angerufen, wenn einzelne Bänke wegen Umbauarbeiten verschwinden. Wenn ältere Menschen keine Ruhemöglichkeiten mehr haben, kommen sie auch nicht mehr in die Stadt, um einzukaufen. Das Geld fehlt den Geschäften dann.“

Bauamtschef Stieghorst ist verwundert darüber, dass sich der Vorsitzende des Seniorenbeirats schlecht informiert fühlt. Bereits im Jahr 2012 sei das Vorhaben durch die Gremien gegangen. Die Vorlagen seien damals auch ordnungsgemäß zugestellt worden, erklärt Stieghorst.

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