Verfassungsschutzbericht 2013 : Zahl linksextremistischer Straftaten in Hamburg gestiegen

Für Krawalle wie seit Jahren nicht mehr sorgten am Sonnabend 4700 Autonome von den 7300 bei der Demonstration für den Erhalt des Kulturzentrums „Roten Flora“.
Unter den 7300 Demonstration, die für den Erhalt des Kulturzentrums „Rote Flora“ im Dezember 2013 demonstrierten, waren etwa 4000 Autonome.

Dreimal mehr linksextremistische Gewalttaten als 2012: Hamburgs Innensenator Michael Neumann und der Landeschef des Verfassungsschutzes Manfred Murck stellten am Montag den Verfassungsschutzbericht 2013 vor.

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14. April 2014, 14:59 Uhr

Hamburg | Die Zahl linksextremistisch motivierter Straftaten hat in Hamburg zugenommen. 2013 seien 297 Taten registriert worden - mehr als doppelt so viele wie im Vorjahr, sagte der Landeschef des Verfassungsschutzes, Manfred Murck, am Montag. Die Zahl der Gewalttaten war mit 187 etwa drei Mal so hoch wie 2012. Der Anstieg sei vor allem auf die Ausschreitungen bei einer Demonstration der linken Szene am 21. Dezember zurückzuführen. Dennoch seien nicht mehr Linksextreme erfasst worden als zuletzt.

Die Zahl der rechtsextremistischen Straftaten ging dem Verfassungsschutz zufolge leicht zurück. Das sei aber „keine Trendwende“, sagte Murck. Die Zahl der erfassten Rechtsextremisten ist mit 330 Personen im Vergleich zum Vorjahr gleich geblieben.

Islamisten haben im vergangenen Jahr ihre Aktivitäten in der Hansestadt verstärkt. Von 2012 bis zum Frühjahr 2014 gab es mehr als 60 Info-Stände, an denen unter anderem Korane verteilt wurden. Der Verfassungsschutz rechnet der islamistischen Szene 2.225 Mitglieder zu. Davon sind 240 Salafisten. Hiervon sind 70 Jihadisten, die den bewaffneten Kampf befürworten. Etwa 25 Salafisten aus Hamburg gingen 2013 nach Syrien. Zwei von ihnen kamen dort ums Leben.

Rückläufig ist die Zahl der Scientology-Anhänger in Hamburg.  2012 rechnete der Verfassungsschutz rund 550 Anhänger zu der Organisation. Im vergangenen Jahr waren es 450.

Hamburgs Innensenator Michael Neumann verfolgt eine Null Toleranz-Strategie für Extremisten. „Die klare Botschaft von mir: All jenen, die unserer Demokratie feindlich gegenüberstehen, wird auch künftig in Hamburg ein scharfer Wind entgegenwehen.“

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