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Zeugenaussagen : Yagmurs Vater machte sich große Sorgen

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Mit nur drei Jahren starb die kleine Yagmur aus Hamburg qualvoll. Ihre Eltern stehen vor Gericht. Jetzt erzählen Bekannte des Vaters, wie es aus ihrer Sicht um die Familie stand.

Hamburg | Schon vor dem gewaltsamen Tod der kleinen Yagmur aus Hamburg soll ihr Vater mehreren Bekannten erzählt haben, dass seine Frau das Mädchen schlage. Ein 26 Jahre alter Zeuge erklärte am Donnerstag vor dem Landgericht, der Angeklagte habe gesagt: „Meine Frau schlägt mein Kind, ich weiß nicht, was ich machen soll.“ Er habe das aber nicht ernst genommen, „deshalb wollte ich ihm auch nicht richtig zuhören“: „Ich konnte mir nicht vorstellen, dass es so schlimm ist.“ Ein weiterer Zeuge berichtete, Yagmurs Vater habe ratlos auf ihn gewirkt. „Er hatte Angst, dass das Jugendamt ihm das Kind wegnehmen würde“, sagte der 25-Jährige.

Die dreijährige Yagmur war kurz vor Weihnachten 2013 in der Wohnung ihrer Eltern an inneren Blutungen gestorben. Die 27 Jahre alte Mutter steht wegen Mordes vor Gericht, sie soll ihre Tochter aus Hass zu Tode misshandelt haben. Der ein Jahr jüngere Vater muss sich verantworten, weil er das Kind nicht geschützt haben soll. Vor Gericht haben beide bisher zu den Vorwürfen geschwiegen. Der Angeklagte habe dem Zeugen erzählt, Yagmur habe oft blaue Flecken am Arm und sei schon einmal wegen einer schweren Kopfverletzung operiert worden, erklärte der 25-Jährige. „Er hätte das Gefühl, dass seine Frau das Kind schlägt.“ Er habe ganz traurig gewirkt.

Sein Bekannter habe sich von Yagmurs Mutter scheiden lassen wollen. „Er hat gesagt, dass er keine Lust mehr auf sie hat.“ Die 27-Jährige habe viel mit anderen Männern geflirtet, erklärte der 26 Jahre alte Zeuge – auch wenn ihr Partner dabei war. „Sie war kein gutes Mädchen. Sie war kein guter Umgang für ihn.“ Er selbst habe auch eine Affäre mit ihr gehabt. In den Anfängen der Beziehung zwischen den beiden Angeklagten – vor etwa vier oder fünf Jahren – habe er zweimal gesehen, dass sein Bekannter der Frau eine Ohrfeige gegeben habe: „Er hat ihr eine geknallt. Es war eine normale Backpfeife.“ Der Angeklagte habe sich darüber geärgert, dass die Frau mit anderen herumgeflirtet habe.

Nach Yagmurs Tod hatten sich mehrere Leute – darunter die beiden Zeugen – mit dem Verteidiger des Angeklagten getroffen. Sie hätten dort alle erzählt, was sie von ihrem Bekannten wüssten, sagte der 26-Jährige. Am Nachmittag wollte das Gericht einen weiteren Bekannten des Angeklagten als Zeugen befragen. Außerdem wurden die Handy-Daten von Yagmurs Vater ausgewertet.

Die angeklagte Mutter hat in einer WhatsApp-Nachricht an ihren Ehemann eingeräumt, dass sie das kleine Mädchen geschlagen hat. Ihr Partner habe geschrieben, dass sie sich wegen ihrer Gewalttätigkeit von einem Therapeuten helfen lassen müsse, sagte ein Kriminalbeamter – sonst werde er sich an Polizei oder Jugendamt wenden. „Sag denen nicht, dass ich mein Kind schlage“, habe die Mutter geantwortet. Noch auf dem Weg zur Polizeiwache, direkt nach dem gewaltsamen Tod des Mädchens, habe sie den Chatverlauf komplett gelöscht.

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erstellt am 21.08.2014 | 17:30 Uhr

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