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Kritik von der Linken : Yagmur-Untersuchungsausschuss berät weiter

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Der Leidensweg des zu Tode misshandelten Yagmur war lang. Wer hätte sie retten können? In seinem Abschlussbericht will der Untersuchungsausschuss der Bürgerschaft Fehler der Behörden akribisch auflisten.

Hamburg | Der Untersuchungsausschuss der Hamburger Bürgerschaft zum Fall des nach Misshandlungen gestorbenen Mädchens Yagmur berät am Montagnachmittag weiter über seinen Abschlussbericht. In ihm sollen Versäumnisse der Jugendämter und anderer Behörden vor dem Tod der Dreijährigen im Dezember 2013 möglichst genau aufgearbeitet werden. Der Ausschuss hatte seine Arbeit im März aufgenommen und zahlreiche Zeugen befragt, darunter Sozialarbeiter, Ärzte und Behördenmitarbeiter.

Yagmur war mutmaßlich durch die Hand ihrer Mutter an den Folgen von Misshandlungen gestorben, obwohl das Kind seit seiner Geburt von insgesamt drei Jugendämtern betreut worden war. Yagmurs 27 Jahre alte Mutter muss sich zurzeit wegen Mordes vor dem Landgericht Hamburg verantworten. Der ein Jahr jüngere Vater des Kindes ist angeklagt, weil er das Mädchen nicht geschützt haben soll.

Zum Auftakt der Beratungen über den Abschlussbericht am vergangenen Dienstag hatte der Obmann der Linken, Mehmet Yildiz, für Verärgerung im Ausschuss gesorgt. Yildiz hatte vor der Sitzung mitgeteilt, den gemeinsamen Bericht nicht mittragen zu wollen. „Bereits der erste Entwurf des Berichts bestätigt, dass man nur auf der Suche nach individuellen Schuldigen ist, statt die desolate Situation der gesamten Kinder- und Jugendhilfe in Hamburg auf den Prüfstand zu stellen“, sagte er zur Begründung. „Bauernopfer“ verhinderten nur die dringend notwendige Erneuerung des Kinderschutzes. Yildiz kündigte einen eigenen Minderheitenbericht der Linken an.

Die Haltung der Linken stieß bei allen anderen Fraktionen auf scharfe Kritik. Christoph de Vries von der CDU erinnerte an den verfassungsgemäßen Arbeitsauftrag für den Untersuchungsausschuss. Das Gremium solle individuelles Fehlverhalten offenlegen. Yildiz beteiligte sich schließlich doch an den Beratungen des gemeinsamen Berichts. Dieser soll am 18. Dezember, dem Todestag von Yagmur, verabschiedet werden. Der Entwurf ist nicht öffentlich gemacht worden.

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erstellt am 10.Nov.2014 | 07:00 Uhr

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